Pfingstfestspiele

Rolando Villazón inszeniert Rossini bei den Salzburger Pfingstfestspielen

Die Salzburger Pfingstfestspiele 2022 stehen ganz im Zeichen der iberischen Halbinsel. Eröffnet wird das Festival mit einer Neuproduktion der Rossini-Oper "Il barbiere di Sivigila". Regie führt Rolando Villazón, Festival-Zentralfigur Cecilia Bartoli singt die Rosina.

Mozartwochen-Chef Rolando Villazón beehrt Salzburg auch zu Pfingsten. SN/ism/
Mozartwochen-Chef Rolando Villazón beehrt Salzburg auch zu Pfingsten.

Olé! Im morgigen Champions-League-Showdown sollten Salzburgs Fußballer gegen Sevilla Gastgeschenke tunlichst vermeiden. Am Pfingstwochenende 2022 erhält die andalusische Stadt kulturelles Gastrecht. Ob Flamenco oder Rossinis "Barbier": Von 3. bis 6. Juni erblüht spanische Kunst bei den Salzburger Pfingstfestspielen.

Im Zentrum des viertägigen Festivals steht Gioachino Rossinis Oper "Il barbiere di Siviglia". "Es mag Zufall gewesen sein oder auch nicht, aber mein professionelles Debüt als Opernsängerin gab ich als Rosina", erzählt die künstlerische Leiterin Cecilia Bartoli. In Salzburg wird die Mezzosopranistin erneut in dieser Rolle zu erleben sein. Als Regisseur konnte Rolando Villazón gewonnen werden. Der vielfältig begabte mexikanische Tenor ist in Salzburg nicht nur als Leiter der Mozartwoche tätig, er war - neben seinen sommerlichen Festspiel-Opernengagements in jüngeren Jahren - auch zu Pfingsten in den Opernproduktionen "Iphigenie en Tauride" und "Ariodante" zu erleben. Cecilia Bartoli schätzt ihren Sängerkollegen, nun vertraut sie ihm die Regie der prestigeträchtigen Pfingstoper an.

Neben Villazón ist eine Reihe an "Native Speakern" am Pfingstwochenende im Einsatz, die Cecilia Bartoli dramaturgisch gewohnt beziehungsreich einsetzt. Der Flamenco sevillanischer Prägung steht im Zentrum einer szenischen Tanzproduktion, die die Flamenco-Tänzerin und Choreographin María Pagés gestaltet. Neben neun Tänzerinnen wird ein siebenköpfiges Musikensemble in der Felsenreitschule tief in die Poesie dieser andalusischen Kunstform eintauchen.

Jordi Savall entführt in der Kollegienkirche mit seiner Capella Reial de Catalunya ins Goldene Zeitalter des 16. Jahrhunderts rund um Cristóbal de Morales. Das Konzert "La torre del ore" wiederum lenkt den Blick auf den künstlerischen Austausch zwischen der spanischen Kolonialmacht und Südamerika, die im sevillanischen Komponisten Alonso Mudarra personifiziert wird. Christine Pluhar leitet das Ensemble L'Arpeggiata, unter den Solistinnen und Solisten findet sich die Sopranistin Céline Scheen.

Der wohl namhafteste spanische Künstler an diesem langen Wochenende dürfte Plácido Domingo sein, der gemeinsam mit Cecilia Bartoli, Piotr Beczala und vielen weiteren Kollegen eine Gala mit Leckerbissen aus "spanischen" Opern wie "Don Giovanni" und "Carmen" bestreitet.

Der Spanien-Schwerpunkt wird im Das Kino mit einem Filmprogramm rund um Werke von Pedro Almodóvar und Carlos Saura ergänzt. Dessen "Carmen"-Verfilmung zählt immer noch zu den Perlen des Genres.

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