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Ein Abenteuer ohne Eltern: Sarah war im Pfadfinderlager

Wie es dort so abläuft und was ihr daran Spaß macht, erzählt sie hier.


Endlich ist es so weit! Mit zwei vollgepackten Rucksäcken treffe ich meine Pfadfinderkollegen am Bahnhof. Mit dem Zug geht es erst nach Zürich, danach müssen wir noch drei Mal umsteigen. Den letzten Bus zum Campingplatz verpassen wir und müssen eine halbe Stunde, mit dem ganzen Gepäck, zu Fuß gehen. Dort angekommen, bauen wir unsere Zelte auf und essen ausgiebig zu Abend. Später weihen wir unsere Spielwiese ein. Mit Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen wir ein.

Heute bauen wir Boote aus Naturmaterialien und machen ein Rennen. Nur schafft es kein Boot ins Ziel, alle sind irgendwo hängen geblieben oder untergegangen. Das erste Mittagessen, mit Gaskochern gekocht, ist auch ein Abenteuer. Natürlich darf bei einem Pfadfinderlager die "Lagerbravo" nicht fehlen. Nach der Lektüre kuscheln wir uns alle in unsere Schlafsäcke.

Heute geht es zu einer Führung in die Almkäserei. Dort dürfen wir auch ein Stück kosten. Es ist der beste Käse, den ich je gegessen habe. Plötzlich ruft der Vater einer Pfadfinderin an und erzählt, dass ihre Schwester Corona hat, sie muss wieder heimreisen. Den Tag lassen wir uns nicht verderben und gehen noch auf den Berg. Abends am Lagerfeuer vermissen wir unsere Heimgereiste.

Ein Bus bringt uns zu unserem Arbeitseinsatz im Landschaftspark Binntal. Dort werden wir mit Zangen und Verpflegung ausgerüstet. Nach einer kurzen Wanderung durch den Wald kommen wir zu einem wunderschönen Fluss. Die Verantwortlichen für den Landschaftspark erklären uns, was zu tun ist, und dann geht es auch schon los. In zwei Gruppen machen wir uns an die Arbeit, kleine und große Sträucher am Fluss zu beseitigen. Zu Mittag essen wir eine Menge am Lagerfeuer, um Energie für unsere Wanderung zu bekommen. Nach einer Pause geht es weiter zu einem kleinen Bergsee. Ganz Mutige gehen auch baden. Unser Heimweg führt uns bei einem Mineralienweg vorbei, wo wir fleißig Steine klopfen.


Heute müssen wir früh aufstehen und alle unsere Sachen zusammenpacken, weil wir zu einer Zweitageswanderung aufbrechen. Höchst motiviert wandern wir auf einen Berg, oben bauen wir unseren Schlafplatz auf. Auf 2400 Metern zu schlafen ist doch um einiges kälter. Es ist aber auch schöner, so ohne Zelt, man sieht den Sternenhimmel beim Einschlafen. In der Nacht sieht man auch, wie sich die Erde dreht. Leider habe ich keine Sternschnuppe gesehen.

Die Nacht am Berg war kalt, wir spielen Highland Games, um wieder warm zu werden. Nach der Siegerehrung machten wir uns mit dem ganzen Gepäck auf den Weg auf den Gipfel des Breithorns. Der Heimweg zurück zum Campingplatz ist anstrengend. Völlig erschöpft freuen wir uns alle auf ein gutes Abendessen und unsere Zelte.

Endlich ausschlafen! Heute sollen wir unsere Sachen wieder zusammenräumen, auch die Zelte. Nach dem Mittagessen verwenden wir die Spielwiese ein letztes Mal. Am Abend geht es per Bus und Zug nach Bern. Dort schlafen wir in einer Jugendherberge. Nach den Nächten im Zelt ist das purer Luxus. Glücklich schlafen wir sofort ein.

Nach einem Luxusfrühstück geht es in die Innenstadt von Bern. Dort bekommen wir eine Stadtführung und baden sogar in der Aare, man kann sich super treiben lassen. Danach dürfen wir selbstständig durch Bern spazieren. Wir sehen viele Straßenmusiker und ein sogenanntes Schifferstechen.

Schweren Herzens packen wir unsere Sachen ein letztes Mal und machen uns auf den Weg zum Bahnhof, um nach Hause zu fahren. Im Zug wird wieder ausiebig Karten gespielt, geschlafen und "Bravo" gelesen. Am Hauptbahnhof trennen sich dann unsere Wege.
Sarah Flachberger, 14

Aufgerufen am 21.01.2022 um 12:36 auf https://www.sn.at/jungeseite/die-junge-seite-ein-abenteuer-ohne-eltern-sarah-war-im-pfadfinderlager-111156895

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