Ganz einfach die Schau gestohlen

Der Megadeal, mit dem PSA Opel übernimmt, stellt vor dem 87. Autosalon in Genf alle anderen in den Schatten.

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Auf Touren Gerhard Kuntschik
Der Löwe und der Blitz - Peugeot übernimmt Opel. SN/APA/AFP/PHILIPPE HUGUEN
Der Löwe und der Blitz - Peugeot übernimmt Opel.

148 Welt- und Europapremieren. 900 Modelle. 180 Aussteller. Doch nur zwei im Rampenlicht.

Bevor der 87. Genfer Autosalon, der traditionelle Frühjahrshöhepunkt der Branche, im Genfer Palexpo Donnerstag die Pforten für die bis 19. März erwartenden 700.000 Besucher öffnet, bevor noch die internationalen Medienvertreter ab Dienstag Zutritt bekommen, da steht der Verkauf von Opel/Vauxhall durch General Motors an den PSA-Konzern (Peugeot, Citroen, DS) im Mittelpunkt.

Alternativantriebe, neue Systeme für (teil)autonomes Fahren, avantgardistische Studien rücken in den Hintergrund. Was PSA-Chef Carlos Tavares will, ist klar: Dank Opel die Nummer zwei in Europa hinter Volkswagen zu werden.

Ob das für die Franzosen, die der Portugiese in hartem Trimm von massiven Verlusten zum Milliardengewinn führte, wirklich relevant ist, ist vielleicht sekundär. Tavares war jahrelang die Nummer zwei bei Renault hinter dem allmächtigen Carlos Ghosn.

Dann sah und bekam er die Chance bei PSA, bewies sich als beinharter Sanierer - und erfolgreicher Modellpfleger. Mit dem Opel-Kauf überholt Tavares mit PSA nun Renault - zumindest ein wenig Ego wird dabei wohl ausgelebt.

Interessant wird, ob sich Gerüchte bewahrheiten, nach denen der bisherige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann Opel in eine reine Elektromarke transferieren wolle.

Viel Elektroerfahrung haben beide Gruppen bisher nicht: Opels Ampera blieb weit unter den Erwartungen, der neue Ampera-e soll mit großer Reichweite (500 Kilometer) eine Messlatte werden - doch ist dieses Modell nur der umgewandelte Chevrolet Bolt von GM.

Und bei PSA gibt es die kleinen Elektromodelle von Peugeot und Citroen, die bisher auch noch nicht die Welt bewegten. Immerhin sind interessante Studien von Plug-in-Modellen schon präsentiert worden.

Derweil läuft bei der Konkurrenz und im Palexpo die Vorbereitung als Business as usual. 18.000 Meter rote Teppiche wurden verlegt, 12.000 LED-Projektoren installiert. 3000 Personen arbeiten im Aufbau, manche schon seit Mitte Februar!

The Show can go on. Auch wenn sie anfangs auf zwei Hauptdarsteller beschränkt ist.

Aufgerufen am 14.11.2018 um 05:22 auf https://www.sn.at/kolumne/auf-touren/peugeot-opel-deal-hat-genf-ganz-einfach-die-schau-gestohlen-321919

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