Salzburg powert Wien…

Die Vienna Auto Show findet international immer mehr Beachtung. Das beruht großteils auf dem Engagement von Porsche Austria.

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Auf Touren Gerhard Kuntschik

Weltpremieren der Autobauer sind üblicherweise den großen Branchentreffen vorbehalten: Detroit zum Jahresstart im zweitgrößten Markt, Genf im angehenden Frühjahr als Europa-Saisoneröffnung, Frankfurt bzw. Paris (alternierend) im Herbst als große Heimspiele der Deutschen bzw. Franzosen. Dazu vielleicht noch Tokio, wo aber die Japaner immer mehr für den Heimmarkt vorgesehene Studien im Zweijahresrhythmus zeigen anstatt Debüts, die auch nach Europa kommen. Und natürlich Schanghai bzw. Peking, die immer wichtiger werden - ob des mittlerweile größten Automarkts, der bald auch der größte Markt für E-Fahrzeuge werden wird.
Dann gibt es noch einige Messen, die sich der Spitze nähern. Los Angeles im "grünen" Kalifornien kommt bald an Detroit heran, weil sich dort vor allem Zukunftstechnologien gut darstellen lassen. Und New York wird immer wichtiger, weil halt unweit des Javits-Centers am Hudson River die Finanzwelt samt potenter Kundschaft zuhause ist. Auch Dubai findet immer mehr Beachtung, wegen des dort beheimateten betuchten Klientels vor allem bei Premium- und Luxusmarken bzw. bei jenen Autobauern, die mit Offroadprodukten glänzen wollen. Dass Amerikas Luxusmarke Cadillac die Weltpremiere des Crossovers XT5 (des SRX-Nachfolgers) 2015 nach Dubai verlegte, sagt schon einiges.
Die Wiener Autoshow ist immer noch eine Klasse unter den angeführten Messen, aber sie ist Österreichs einzige Importeursplattform (alle regionalen Automessen sind Händlerveranstaltungen). Wien konkurriert zeitlich meistens mit Brüssel, wo einige Europa-Zentralen beheimatet sind. Dass Wien in den vergangenen Jahren immer wieder die eine oder andere Welt und manche Europapremiere als Highlight bekam, ist ausschließlich der Macht von Porsche Austria geschuldet. Die marktbeherrschende Stellung in Österreich, der Einfluss im Konzern, die Ur-Heimat der Gründerfamilie spielen dabei eine Rolle.
Diesmal ist der geliftete Seat León in Wien erstmals auf einer Messe zu sehen, ebenso der neue Skoda Octavia. Beide kommen von Marken des VW-Konzerns. Und mit den vierrädrigen Modellen kommen immer öfter auch Topmanager nach Wien, wie heuer eben Skoda-Boss Bernhard Maier, VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann, Maseratis Chef der deutschsprachigen Region Achim Saurer oder Peter Schoppmann, der für Rolls-Royce Deutschland, Nord- und Osteuropa verantwortet.
Für die Importeure ist der Zeitpunkt der Vienna Auto Show zum Jahresanfang günstig, weil hier viele Neuheiten zur Erstpräsentation anstehen und teilweise auch deren Verkaufsstart erfolgt. Und in der (idealen) Kombination mit der Ferienmesse werden rund 150.000 Besucher an vier Tagen erreicht.
Dass die in der auf vier Hallen (je zwei für Autos und Touristik) begrenzten Messe einen Zuschauerstau sondergleichen auslösen, gehört ebenso dazu wie das viertägige Verkehrschaos draußen. Zwei U-Bahn-Stationen sind übrigens nur wenige Schritte entfernt…


Aufgerufen am 12.11.2018 um 07:57 auf https://www.sn.at/kolumne/auf-touren/salzburg-powert-wien-534520

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