In Shops im Internet gibt's Bares für Rare

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Bits und Bites Thomas Hofbauer
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Vor wenigen Tagen flatterte die Grußkarte eines Webshops zu uns ins Haus. "Wir hätten Sie gerne als Kunden wieder", stand dort nebst einem kleinen Herzchen und einem Code für 15 Prozent Rabatt auf die nächste Bestellung. Wenige Tage später meldet sich ein anderer Onlineshop per Brief mit einem Gutschein über 20 Euro. Eine Nettigkeit vor Weihnachten?

Aber nein, es ist nur die Reak tion auf ein Szenario, das Betreibern von Onlineshops schlaflose Nächte bereitet: Vor der virtuellen Kasse türmen sich volle Warenkörbe, die kurz vor dem Bezahlen einfach stehen gelassen wurden. Zuerst klickt der scheinbar willige Konsument eine Reihe von Produkten in seinen Warenkorb und kurz vor dem Bezahlen ist er weg. Ausgeloggt, wie ärgerlich!

Der Konsument hat sich also rargemacht und die Software des Shops hat das akribisch registriert und in Logfiles aufgezeichnet. Zuerst war er ein guter Kunde, dann hat er den Shop für Monate nicht mehr besucht, schließlich kommt er zurück, packte einen Einkaufswagen voll und lässt ihn einfach stehen. Derartige Vorgänge lösen Reaktionen aus. In unserem Fall auch einen automatischen Serienbrief samt Gutschein oder Rabattcode - wie schön.

Auf so einfache Weise kommt man im Internet also zu seinem Rabatt. Erst muss man sich den Ruf als guter Kunde erarbeiten, dann rarmachen und schon flattert Bares ins Haus. So schlägt man das System mit den eigenen Waffen.

Apropos eigene und fremde Waffen: Onlineshops setzen bei der Kundenakquise verstärkt auf Analoges wie Briefe und eigene Niederlassungen, während auch kleine Händler immer öfter das Internet als lukrativen Vertriebskanal entdecken.

Aufgerufen am 21.09.2018 um 02:36 auf https://www.sn.at/kolumne/bits-und-bites/in-shops-im-internet-gibt-s-bares-fuer-rare-859207

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