Klopapier-Psychologie

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Corona und Wir Inge Baldinger

Später Samstagnachmittag. Anruf der Freundin, die nach Linz gefahren ist, um für ihre Eltern Einkäufe zu erledigen und dann vor die Tür zu stellen. Mit Begrüßungsformeln hält sie sich erst gar nicht auf. "Brauchst du Klopapier?", fragt sie mit gehetzter Stimme. "Ist das dein Ernst? Hamsterst du?" - "Ich kann überhaupt nichts dafür, meine Eltern hatten keins mehr. Überall ist das Klopapier aus. Verrückt. Jetzt bin ich in Bad Leonfelden, weißt eh, an der tschechischen Grenze. Und da gibt's noch eins." - "Gratuliere." - "Ich kauf jetzt vier Packungen." Pause. "Weiß eh, dass es absurd ist." - "Warum tust du's dann?" - "Weil ich nicht geahnt hab, wie glücklich es einen machen kann, vor so viel Klopapier zu stehen."

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