Almwandern im Lattengebirge

Mit seinen geschützten Höhenplateaus eignet sich das südliche Lattengebirge sehr gut für die Almwirtschaft. Und natürlich auch zum Wandern.

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Fit in die Natur Christian Heugl
 SN/christian heugl

Die Almwirtschaft im Berchtesgadener Land geht bis in das 8. Jahrhundert zurück. Die flächenmäßig größte Ausdehnung erreichte sie im 15. Jahrhundert, nur ein Drittel der Almen aus dieser klimatisch begünstigten Zeit existiert auch heute noch. Aber die Signale sind trotzdem ermutigend. Auf der Agrargemeinschaft Mordaualm wurde sogar ein neuer Kaser gebaut, der schmuck aussieht und der zeitgemäße Arbeitsbedingungen bietet.

Drei Bauern teilen sich das 24 Hektar große Gebiet. Die Dauer der Bewirtschaftung und die Anzahl der Almtiere sind genau festgelegt, 80 Tage verbringen rund 40 Rinder auf der Mordaualm und 35 Tage auf dem Hochleger Lattenbergalm. Auch der heutige Wandertipp folgt dieser Richtung und lernt dabei, unterstützt von 13 Infotafeln, die verschiedenen Seiten des Almlebens kennen.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz in Höhe Taubensee an der deutschen Alpenstraße 305. Der 45-minütige Anstieg zur Mordaualm ist zum Auftakt eine gemütliche Plauderstrecke, danach fordert der nach links abzweigende Steig zur Moosenalm (Weg 475) schon mehr Atemluft und Achtsamkeit. Nach einer weiteren Dreiviertelstunde ist mit der Karschneid aber bereits der höchste Punkt (1530 m) der Wanderung erreicht.

Mit Blick auf die Reiteralpe und die Chiemgauer Alpen führt der Weg an der Lattenbergalm vorbei zur Moosenalm (1405 m). Interessant auf der Moosenalm ist der seltene Hüttentyp eines Rundumkasers, das heißt, der fensterlose Wirtschaftsraum ist von Stallungen umgeben.

Die Route folgt weiterhin dem Almerlebnisweg 470, der nach einem Flachstück bald nach rechts abzweigt und dann wirklich zu einem wahren Wegerlebnis wird. Der nun beginnende Pioniersteig durchquert in vielen Kehren die steile Weißwand und ist eine wegebautechnische Meisterleistung. Zur Sicherheit haben die Geologen aber doch einige Mauerspione angebracht.

Wer allerdings an faszinierenden Tiefblicken weniger Gefallen findet, könnte ab der Moosenalm auch auf den um eine Stunde längeren Prechlsteig (Weg 475) ausweichen. Beide Varianten führen zur Schwarzbergwacht an der Alpenstraße. Der letzte, halbstündige Abschnitt folgt dem flachen Wegstück am nördlichen Taubenseeufer entlang zum Parkplatz.

Details & Fakten
Im Lattengebirge

So kommen Sie hin: A10 Abfahrt Salzburg-Süd, dann über Berchtesgaden Richtung Ramsau, dort nach rechts und der Deutschen Alpenstraße (305) 8 km bis zum Parkplatz Taubensee folgen. Hierher auch über Bad Reichenhall aus dem Saalachtal (21), Abzweigung Jettenberg.
Bus & Bahn: Bus 840 ab Sbg.-Hbf. bis Berchtesgaden-Hbf., Bus 846 bis Haltestelle Ramsau, Bus 845 bis Haltestelle Taubensee.
www.rvo-bus.de/oberbayernbus
Gesamtdauer: 4 Std., 650 Hm, 11 km.
Karte: f&b 393, ÖK 3209.
Charakter: spannender Themenweg für konditionsstarke und trittsichere Geher.

Aufgerufen am 21.09.2018 um 09:27 auf https://www.sn.at/kolumne/fit-in-die-natur/almwandern-im-lattengebirge-39176707

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