Der Gutratberg

Die Wanderung von Gartenau über den "Zementberg" Gutrat zeigt, wie vielschichtig der wichtigste Baustoff der Welt sein kann.

Autorenbild
Fit in die Natur Christian Heugl

Der Apotheker Gustav Ernst Leube aus Ulm bewies Spürsinn, als er sich 1864 für den Kauf des kleinen Zementwerks in Gartenau-St. Leonhard entschied.

Mit Zement hatte der geniale Forscher bereits gute Erfahrungen gemacht: Er entdeckte ab 1835 die seit der Spätantike verloren gegangene Kunst der Zementerzeugung aus Kalkmergel wieder. Hier am unscheinbaren Gutratberg südlich von St. Leonhard stand ihm dieser Stoff in bester Qualität zur Verfügung. Heute ist die weit vernetzte Firma Leube mit dem zentralen Sitz in Gartenau das weltälteste Zementunternehmen in Familienbesitz.

Die Wanderung über den Gutratberg folgt den Spuren des Zements vom Urzustand bis zum fertigen Produkt. Neben dem wichtigen Grundmaterial Kalkmergel finden sich aber auch nicht weniger wertvolle Biotope, die sich hier im Abbaugebiet am Gutratberg gebildet haben und nun von der Biotopschutzgruppe Halm betreut werden. Der Skulpturenweg an der Königsseeache zeigt wiederum, mit wie viel Fantasie, Witz und Leichtigkeit tonnenschwerer Beton zu faszinierenden Kunstwerken verarbeitet werden kann.

Einen anderen, einmaligen Höhepunkt zur Materialbeschau bietet nur der morgige Tag der offenen Tür von 10 bis 16 Uhr. Mitarbeiter führen durch das Werk und den Tagbau, präsentieren den neuen Rauchgasreinigungsturm und laden zu einem kleinen Imbiss.

Ausgangspunkt der kontrastreichen Themenwanderung ist der Parkplatz in St. Leonhard. Der Weg führt an der Kirche vorbei, quert die Königsseeache und verläuft sogleich rechts abzweigend am Ufer entlang zum Skulpturenpark. Der Weg 459 verlässt die Königsseeache und zweigt nach links ab. Nach dem steileren Waldstück folgt ein lichtes Plateau, von dem sich eine schöne Blickachse Richtung Stadt Salzburg auftut.

Vor einem Gebäude zweigt der Weg Richtung Ruine Gutrat nach links ab, wenige Meter unterhalb verlassen wir aber die Route 459 und folgen rechter Hand dem unmarkierten, sanft ansteigenden Forstweg eine halbe Stunde bis knapp unterhalb der Köppelschneid. Hier zweigt ein schmaler Pfad nach rechts ab, der die wenigen Meter zum markierten Verbindungsweg 27 Richtung Grödig (rechts) hinaufführt.

Immer dem bewaldeten Gratverlauf folgend, verläuft der luftige Steig wieder über den bereits bekannten Weg 459 retour.

Daten & Fakten
Am Gutratberg

So kommen Sie hin: A10, Abfahrt Salzburg-Süd. Auf der B160 nach St. Leonhard. Parkplatz gegenüber Gasthof Schorn.
Bus & Bahn: ab Sbg.-Hbf. Bus 840 oder Bus 25 bis Grödig-Untersbergbahn.
Gesamtdauer: 2 ¾ Stunden, 400 Höhenmeter, 8,5 km.
Karte: f&b 392, ÖK 3210.
Charakter: Waldreiche Themenrunde. Die Köppelschneid erfordert Trittsicherheit und rutschfeste Schuhe.
Tipp: Tag der offenen Tür am Samstag, 25. Mai, 10-16 Uhr, im Zementwerk Leube in Gartenau-St. Leonhard.
www.leube.at

Aufgerufen am 22.10.2019 um 07:27 auf https://www.sn.at/kolumne/fit-in-die-natur/der-gutratberg-70735810

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