Eiskalt werden die Leerstellen im Hirn größer

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Fliehers Journal Bernhard Flieher

Natürlich gilt die Antarktis als Art Traumziel. Naturgemäß wegen der Natur. Weit weg ist sie, und zwar von allem - sogar von Chile, auch wenn das nahe liegt im Vergleich zu, sagen wir, Salzburg. Der Zeitgeist aber weht gegen eine Reise. Also nicht gegen eine Reise nach Salzburg. Da ist der Mensch in Form des Trampeltiers als touristisches Konzept anerkannt. In der Antarktis ist das anders. Klimaschutz, Erhaltung des Ökosystems und gegen Wind und Wellen um Kap Hoorn ist der Schnürlregen zwischen Mönchs- und Kapuzinerberg ein Erholungsbad. Ob
nun seekrank oder sich auf dem Christkindlmarkt dem Besinnungsrausch aus Glühwein hingebend: Gleich ist das Ergebnis.
In beiden Fällen kann einem schlecht werden. Menschenunfreundlich also überall, aber besonders in der Antarktis: extreme Umwelt und Abgeschiedenheit. Für solche Bedingungen, so zitierte das "The New England Journal of Medicine" eine Studie, sei der Mensch nicht sehr gut geschaffen. Gleiches gelte im All. Wer hätt's gedacht? Der Mensch, nicht gemacht für Eiswüste und Universum? Eiseskälte dort, kein Sauerstoff da? Man hätte, hätte man darüber nachgedacht, selbst draufkommen können. Gut, dass wir jetzt die Studie haben, damit wir's glauben dürfen. Es stand weiter da, dass im Hirn, wenn man länger in solchen Gegenden ist, Verkleinerungen in jenen Bereichen passieren, die für Gedächtnis und räumliches Denken zuständig sind. Es würden sich auch bestimmte Hohlräume im Gehirn vergrößern. Wie das passiert, weiß man - im Gegensatz zum Adventmarkt, wo Glühwein Hirnlöcher reißt -, noch nicht.

Aufgerufen am 20.01.2020 um 05:20 auf https://www.sn.at/kolumne/fliehers-journal/eiskalt-werden-die-leerstellen-im-hirn-groesser-80626486

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