Machogehabe kann Ihre Gesundheit gefährden

Den Frauenunterdrückern sei gesagt: Ihr schadet eurer Psyche und lauft Gefahr, depressiv zu werden.

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Frauensache Karin Zauner

Den ländlichen Gebieten in Österreich gehen im besonderen Maße die Frauen verloren, vor allem gebildete. In der Gruppe der 19- bis 26-Jährigen verlassen pro 1000 Einwohner rund 50 Frauen das Land in Richtung Ballungszentren. Zwar kehrt die Hälfte wieder zurück, aber ein Viertel davon erst in der Pension. Das hat viel mit der fehlenden Infrastruktur und damit mit der schlechten Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu tun. Aber es hat auch mit einem Frauenbild zu tun, das bisweilen mit Machogehabe, Sexismus und männlichen Machtritualien verbunden ist. Das alles ist schlecht für Gemeinden, die verlieren Einnahmen, schlecht für die Unternehmen in den ländlichen Regionen, denen fehlen die Arbeitskräfte - und für die Frauen sowieso.

Wenn es aber um Machogehabe und Machtausübung gegenüber Frauen geht, haben auch die Männer zu leiden, die dieses Verhalten zeigen. Eine Studie, die von der American Psychological Association veröffentlicht wurde, hat aufgezeigt, dass Männer, die sich Frauen überlegen fühlen und/oder sich wie Playboys aufführen, eine stärkere Tendenz zu psychischen Problemen haben als andere Männer. Eine Meta-Analyse zeigte eine Verbindung zwischen frauenfeindlichem Verhalten und psychischen Gesundheitsproblemen wie Depressionen. Dazu wurden über elf Jahre hinweg die Ergebnisse von mehr als 70 US-Studien mit mehr als 19.000 Männern analysiert.

Heraus kam, dass Machogehabe und der Wunsch, Frauen überlegen zu sein, über sie Macht auszuüben, besonders schädlich für die Männer sind. Andere Normen wie etwa "Der Beruf steht an der ersten Stelle" haben demnach nicht diese negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Generell neigen Männer mit streng maskulinen Normen zu einer geringeren Lebenszufriedenheit.

Sexismus ist also nicht nur ungerecht und schadet den Frauen, sondern auch den Männern, die sexistisch agieren.

Das darf niemanden verwundern. Selten trifft man fröhliche, optimistische, in sich ruhende und gut gelaunte Sexisten oder Männer, die Frauen unterdrücken. Erst diese Woche im Zug zwischen Wien und Salzburg wurden mehrere Fahrgäste Zeugen, wie ein Ehemann seine Frau über Stunden verbal erniedrigte - "Du kannst gar nichts, du bist ja so dumm". Dabei wirkte er so grantig, unzufrieden und erbärmlich, dass man fast Mitleid auch mit ihm bekommen musste. Vor allem in dem Moment, in dem er mit seinem Tablet nicht zurechtkam und seine Frau ihm mit ein paar flotten Klicks das Problem löste. Des Mannes Dank: "So schusselig wie du auf dem Tablet rumdrückst, muss man sich wundern, dass du irgendetwas damit tun kannst." Der Mann könnte jederzeit als Testimonial für die Studie auftreten, und mit ihm viele andere.

Aufgerufen am 14.11.2018 um 07:53 auf https://www.sn.at/kolumne/frauensache/machogehabe-kann-ihre-gesundheit-gefaehrden-590380

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