Was schenkt man einer Feministin?

Es sollte kein Besen sein, denn Feministinnen können leider nicht hexen. Es darf aber gern etwas Schönes für sie selbst sein, weil Farblosigkeit nicht zum Programm gehört.

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Frauensache Karin Zauner

Auch bei wichtigen beruflichen Konferenzen geht es oft sehr menschlich zu. "Habt ihr schon Weihnachtsgeschenke gekauft?", fragt der Chef und erhofft sich insgeheim Ideen.

Er beschenkt sich selbst immer mit technischen Geräten für den Haushalt, weil er wisse, dass Frauen so etwas gar nicht schätzten. Er aber hat mit diesen Geräten eine Riesenfreude.

Müssen wir also gendergerecht schenken, aufpassen, dass wir die Lieben mit unseren Geschenken nicht in eine Geschlechterrolle drängen, die sie nicht wollen? Es liegt auf der Hand, dass ein Stabmixer oder ein Bügeleisen in der Regel keine Heuler sind.

Aber der Hightech-Pürierer, der aus jedem Gemüse eine luftige Suppe wie beim Sternekoch macht, oder der Dampfbügler, der Knitter-Hemden in Sekunden in ausgehfeine Oberteile verwandelt, kann für Hobbyköchinnen und Hobbyköche oder passionierte Büglerinnen und Bügler ein Volltreffer sein.

Die erste Regel beim Schenken heißt also: Genau hinschauen, wer der zu Beschenkende ist, was er mag und was nicht.

Weil die "Frauensache" aber immer auch dem Servicegedanken verpflichtet ist, ein paar Tipps, um Feministinnen richtig zu beschenken.

All jenen, denen Feministinnen ungeheuer sind, sei gesagt: Nein, es muss kein Dildo sein, Feministinnen haben genug von den Dingern und im Übrigen ein Sexualleben, wie alle: aufregend oder langweilig, häufig oder selten, mal so und mal anders.

Da Feministinnen nichts anderes sind als Frauen, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen und gegen Sexismus auf- und eintreten, muss es auch kein Besen sein. Feministinnen reiten nicht durch die Lüfte und können nicht hexen, was sehr bedauerlich ist.

Weil sie in dem Fall nämlich all jene Hasstiraden gegen Frauen, die durchs Netz schwirren, sofort verschwinden lassen würden und jedem den Mut hineinhexen würden, gegen Frauenverachtung aufzutreten, und jedem die Dummheit herauszaubern würden, der meint, Frauen könnte man aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren, herabwürdigen und benachteiligen.

Also, was wäre ein passendes Weihnachtsgeschenk für die Feministinnen im Familien- und Freundeskreis? Keine Angst vor schönen Dingen, die die Feministin schmücken.

Denn das Klischee, dass Feministinnen nur in Grau und ohne Schmuck gute Feministinnen sind, ist eben nur ein Klischee ohne einen Anteil an Wahrheitsgehalt.

Ja, auch geschmückte und geschminkte Frauen können sich wie ungeschmückte und ungeschminkte mit wichtigen Dingen im Leben beschäftigen und Wichtiges zu sagen haben.

In diesem Sinn: Auch für Feministinnen sind Diamanten ganz feine Freunde. Wer nicht so viel ausgeben will: Ein Schlüsselanhänger mit der Aufschrift "Girls just wanna have FUNdamental rights" ist auch schön.

Denn nicht mehr oder weniger wünschen wir Frauen uns. Grundrechte und jede Menge Spaß.

Aufgerufen am 17.11.2018 um 10:27 auf https://www.sn.at/kolumne/frauensache/was-schenkt-man-einer-feministin-616903

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