Mir san mir, wer seid's ihr? 50 Jahre Salzburg vs. FC Bayern

Man kennt sich unter Nachbarn: Nach 50 Jahren freundschaftlicher Kontakte geht es zwischen Salzburg und Bayern auch einmal um etwas.

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Hauptsache Sport Gerhard Öhlinger
Sadio Mané entflieht 2014 Javier Martinez. SN/gepa
Sadio Mané entflieht 2014 Javier Martinez.


1969: Festival der Eigentore

Der Geschenke gar nicht genug geben konnte es beim ersten Gastspiel eines Europacupsiegers in Lehen. Die Bayern, Sieger im Pokalsiegerbewerb 1967 und regierender Meister, kassierten im Februar 1969 eine 1:3-Niederlage gegen den Staatsliga-Mittelständler. Legionär Gustl Starek und Katsche Schwarzenbeck steuerten ebenso Eigentore bei wie der Salzburger Klarl. Supertorjäger Gerd Müller war hingegen bei Artur Kibler abgemeldet.

1974: Müde Weltmeister

Als Wanderzirkus reiste der FC Bayern mit seinen sechs frischgebackenen Weltmeistern im Sommer '74 durch die Lande. In Vaduz (Liechtenstein) traf man sich mit Austria Salzburg. Franz Beckenbauer und Co. waren im fünften Spiel in fünf Tagen etwas müde, Endstand 2:2.


1978: Fast alles Müller oder was?

3:2-Führung zur Halbzeit, das schaute eigentlich gut aus für Austria Salzburg im Sommer 1978. Dann kam Gerd Müller in Fahrt, traf in 20 Minuten fünf Mal und die Bayern reisten mit einem standesgemäßen 7:3-Sieg heim. Manche Berichterstatter zählten sogar sechs Müller-Tore. Der höfliche "Bomber" stellte aber klar, dass da ein Eigentor eines Salzburgers dabei gewesen sei.

1984: Böse Bayern-Fans

Mit Neuzugang Lothar Matthäus siegten die Gäste im Sommer 1984 mit 2:0 in Lehen. Bei den Salzburgern sah man sich gerüstet - am Saisonende stand der vorletzte Platz und der Abstieg in die 2. Division. Aufregung gab es abseits des Platzes: Mitgereiste Bayern-Fans prügelten sich mit der Polizei, und der im Vorspiel der Festspielkünstler aktiv gewesene "Jedermann" Klaus Maria Brandauer geriet mit einem Paparazzo aneinander, der ihn in der Kabine unverhüllt ablichten wollte. Dessen Kamera war danach nicht mehr betriebsfähig.

Gestatten, Ferguson: Der nordirische Testspieler im Einsatz gegen Oliver Kreuzer.  SN/©SPORT-Pressefoto KRUG u.MITGES.
Gestatten, Ferguson: Der nordirische Testspieler im Einsatz gegen Oliver Kreuzer.

1996: Wer war Ferguson?

Andi Herzog zog zum letzten Mal das Bayern-Leiberl an, an seiner Seite spielte Alexander Zickler und noch einer, der später Salzburger werden sollte: Der Isländer Andri Sigthorsson. Das violette Trikot trug testweise der nordirische Stürmer Glenn Ferguson, der trotz eines Treffers nicht verpflichtet wurde. Endstand vor 2500 Zuschauern in Lehen 3:2 für Bayern.

Andri Sigthorsson (r.) schaute sich schon 1996 einmal in Salzburg um. Im Zweikampf: Klaus Augenthaler und Christian Prosenik.  SN/©SPORT-Pressefoto KRUG u.MITGES.
Andri Sigthorsson (r.) schaute sich schon 1996 einmal in Salzburg um. Im Zweikampf: Klaus Augenthaler und Christian Prosenik.

2009: Niko Kovacs Abschied

Gegen seinen Exclub sagte Bullen-Routinier Niko Kovac Servus und lief danach eine umjubelte Ehrenrunde vor 30.000 Zuschauern. Die Salzburger waren stolz auf ein 0:0 und blamierten sich ein paar Tage später mit einem 1:1 gegen die Feierabendkicker von Bohemians Dublin.

2014: Pep wurde ein Super-Super-Fan von Salzburg

An seinem Geburtstag bekam Bayern-Trainer Pep Guardiola eingeschenkt: Die Salzburger dominierten, Sadio Mané zauberte, am Ende stand ein 3:0 gegen den Champions-League-Gewinner. "Ich bin ein Super-Super-Fan dieser Mannschaft", lobte Pep. Bayern zeigte sich lernfähig und gewann in der Folge elf Spiele hintereinander. Ein Tor erzielte Robert Zulj. Ebenfalls für die Bullen im Einsatz: Die Herren Jodel Dossou, Taxiarchis Fountas und Robert Völkl. Was wohl aus ihnen geworden ist?

Aufgerufen am 06.12.2020 um 02:25 auf https://www.sn.at/kolumne/hauptsache-sport/mir-san-mir-wer-seid-s-ihr-50-jahre-salzburg-vs-fc-bayern-94893478

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