Wenns weh tat, war's Wales

Österreich hat eine positive Länderspielbilanz gegen Wales. Aber nur nach Siegen und Toren. Bei der Zahl der Knochenbrüche und K.o.-Schläge in den Duellen gegeneinander liegen die Briten klar voran.

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Hauptsache Sport | Sportarten aller Art Gerhard Öhlinger
Wenns weh tat, war's Wales SN/gepa
The beautiful game: Martin Stranzl, Rene Aufhauser und der Waliser Sam Ricketts 2005.

Nur 88 Jahre nach ihrem ersten Länderspiel trafen die walisischen Fußballer auch schon das erste Mal auf Österreich. Aber noch in verschiedenen Sportarten. Die Wiener Walzerkickerkünstler wollten zaubern, die Waliser praktizierten eine Variante von Mixed Martial Arts mit Ball. Sanitäter mit der Trage liefen im Akkord auf und ab. Szenen vom 2:1-Sieg der Österreicher im November 1955 in Wrexham, mit Rücksicht auf Zuseher unter 16 Jahren wurden die ganz argen Szenen weggeschnitten:

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Die gröbsten Blessuren: Ein Beinbruch bei Turl Wagner, ein Bänderriss bei Melvyn Charles. "Ein schönes Spiel wurde eine blutige Schlacht" schrieben die "Salzburger Nachrichten" damals, und: "Fußballcatch made in Wales".

Nach der Schande von Wrexham dauerte es bis 1974/75 bis zum Wiedersehen. Wieder mit Schmerzen, denn im Sturmregen von - ja, leider wieder - Wrexham vergeigte Österreich die Chance aufs Viertelfinale und verlor Werner Kriess durch Schien- und Wadenbeinbruch. Die Szene, die zur Verletzung führte, fehlt im Video, aber....

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...Freunden der angewandten Blutgrätsche sei die Sequenz von Minute 9:06 bis 9:58 anempfohlen: Heinrich Strasser packt die Sense aus, 20 Sekunden später lernt Manfred Steiner John Mahoneys Stollen kennen, im Gegenzug zeigt Steiner, warum er "Eisenfuß" genannt wurde. Drei Mal vorsätzliche Körperverletzung in weniger als 60 Sekunden, doch der Bobby am Spielfeldrand spaziert ungerührt weiter seines Weges. Über dieses Spiel schrieb Johann Skocek später: "Es offenbarte den Unterschied zwischen Männern und Buben."

Noch zu den Buben gehörten bei Österreich '75 Schneckerl Prohaska (20) und Hans Krankl (22). 2005 war Krankl selbst Teamchef, als innerhalb von vier Tagen zwei Last-Minute-Siege gegen Wales (2:0 auswärts, 1:0 daheim) gelangen. Der Goleador bescheinigte der Truppe um Ernst Dospel, Markus Katzer und Roland Kirchler "Weltklasse". Das tat irgendwie auch weh.

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Aufgerufen am 21.05.2018 um 05:25 auf https://www.sn.at/kolumne/hauptsache-sport/wenns-weh-tat-war-s-wales-1004491

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