Anuschka hat mich betrogen

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Lokalpatriot | Salzburg steht in Kritik Heinz Bayer

Gestern war ich noch voll Selbstvertrauen. Heute ist alles anders. Denn Anuschka hat mich betrogen. Und Erika auch. Ganz zu schweigen von Ditta, Evite und Annabelle!

Neugierig warum? Neugierig, wie ich dahinterkam?

Also: "Schuld" war ein (mein) Bericht über Lungauer Eachtling. Davon gibt es Sorten mit klangvollen Frauen-Namen. Und jetzt kommt's: "Als Referent für Mundart im Vorstand der Lungauer Volkskultur möchte ich mit aller Deutlichkeit feststellen, dass man in der Lungauer Mundart den Begriff Eachtling nicht kennt, sondern nur den und die ,Ächtleng'", das schrieb mir Othmar Purkrabek aus Mariapfarr. Er teilte weiters mit: "Die Bezeichnung Eachtling (Mehrzahl Eachtlinge) wurde fälschlicherweise vor längerer Zeit von nicht mit unserem Dialekt vertrauten Funktionären im landwirtschaftlichen und touristischen Bereich eingeführt, ist aber nicht der Mundart, sondern eindeutig der Standardsprache zuzuordnen. Der ehemalige, leider schon verstorbene Amtstierarzt Peter Wirnsperger hat 1996 im Rahmen des Lungauer Landschaftsmuseums Burg Mauterndorf eine Sammlung von Lungauer Mundartwörtern herausgegeben, wo er auch den ,Ächtleng' anführt.

Und der Lungauer Mundartdichter Sepp Grain nimmt den ,Ächtleng' in der Lauterklärung sogar als Beispiel für den im Lungauer Dialekt sehr häufigen ä-Laut."

Huch! Danke. Alles klar.

Und Anuschka, die Knolle, soll bitte nie mehr behaupten, sie wäre ein Eachtling. Sie ist nämlich ein Ächtleng.

heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 14.11.2018 um 10:47 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/anuschka-hat-mich-betrogen-1070182

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