Das freundliche Lächeln des netten Herrn Wang

Manchen kommt die chinesische Lösung in Gaißau durchaus spanisch vor. Ihnen womöglich auch?

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Lokalpatriot Heinz Bayer

Der Schnee, ach ja, er ist eine Gnade. Denn er verleiht der Landschaft Magie und deckt Vieles zu. Hässliche Bauwerke etwa. Von denen es immer mehr gibt. Der Schnee legt auch einen gütig-weißen Mantel über Versäumnisse. Wie in Gaißau. Dort läuft der Skibetrieb wieder. Weil Frau Holle Schnee schickte. Das gibt eine Gnadenfrist und lässt Herrn Zhonghui Wang lächeln. Er ist Mehrheitseigentümer der Liftgesellschaft. Der Herr aus China lächelt wohl nicht nur wegen des Schnees. Hat er doch die Zeit auf seiner Seite. Der Druck wird steigen. Und ein nächster Winter kommen - womöglich wieder mit Schneemangel zum Start. Irgendwann werden dann wohl Steuermittel fließen, um Altlasten abzubauen. Weil Herrn Wang sonst das Lächeln vergehen könnte.

Was in Gaißau passiert, ist eine Todsünde. Man lieferte sich mit Haut und Haar aus. Salzburgs Seilbahnbranche schaut dem achselzuckend zu und klagt zugleich, ihr komme der Skinachwuchs abhanden. Dabei liegt dieses wichtige Skigebiet vor den Toren der Stadt. Und dabei hätte es die Kraft zur Ski-Brücke ins Gebirge zu werden.

Wie wäre es mit einem gemeinsamen Anlauf? Einer echten Kraftanstrengung samt lokalem Bürgerbeteiligungsmodell? Wie im Gasteinertal. Dort setzt man auf das Wir-Gefühl. Und lächelt lieber selbst.

heinz.bayer@salzburg.com



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