Die Geschichte von Kein & Aber

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Lokalpatriot | Salzburg steht in Kritik Heinz Bayer

Kein Mensch hätte es gedacht. Aber - Bergsteiger-Legende Reinhold Messner und Mittersills Bürgermeister Wolfgang Viertler sind einer Meinung. Die gemeinsame These: Städter dürfen Menschen auf dem Land nicht oktroyieren, wie sie zu leben haben. Messner sagte das bei einem Vortrag in Zell am See. Viertler tat's bei einer Diskussion in Mittersill. Wie die Wirtschaft in Regionen funktionieren soll, wo gebaut und was gebaut wird (natürlich innerhalb des gesetzlichen Rahmens), wie der Lebensraum gestaltet werde, sei Sache der Gebirgler. Sie unter dem Vorbehalt des Landschafts- und Naturschutzes zu Bewohnern eines Freizeitparks für Städter zu machen, sei überheblich. Dagegen ist kein Einwand zu erheben. Im Gegenteil. Aber: Dann sollten sich Regionen auch ein unverwechselbares Profil geben, daran arbeiten, anders als die anderen und nicht austauschbar zu sein.

Der Oberpinzgau wird von außen gern krankgejammert. Dabei ist er eine starke Region. Mit starken Menschen. Echten Typen. Mit einer einzigartigen Landschaft. Darüber besteht kein Zweifel. Aber die Region war schon einmal weiter. Im Denken. Vor allem in den 1980er-Jahren. Da war Aufbruch zu spüren. Derzeit scheint eher Nivellierung angesagt. Architektonisch. Landschaftsgestalterisch. Dabei gäbe es alle Chancen. Nach wie vor.

Zitat Max Frisch: "Heimat ist nicht durch Behaglichkeit definiert. Wer ,Heimat' sagt, nimmt mehr auf sich."

heinz.bayer@salzburg.com

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