Eine Verkehrslösung? Die gibt es ja schon lang

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Lokalpatriot Heinz Bayer

Hin und her. Statt Lösungen Watschentänze. Ja, wenn's um eine Verkehrslösung für Salzburg geht, glauben sogar manche Journalisten, Experten zu sein. Dabei: Eine Lösung gibt es längst. Sie wurde bloß nie angewendet. Es fehlt den Entscheidungsträgern nämlich Entscheidendes: Mut und Witz. Den Tipp, wie es funktionieren könnte, verdanken wir einem Weisen aus dem Bayernland: Karl Valentin. Der meint in einem seiner famosen Stücke:

"Meine Herren Stadträte (...) Wie soll das in Zukunft werden? So kann es unmöglich weiter gehen. Die Schutzleute dirigieren, die Bevölkerung folgt ihnen nicht. Grinsen, spotten, trotzen den Verkehrsordnungen der Großstadt. Die Verkehrspolizei will das Beste, aber die Großstädter bleiben meist Dörfler.

Macht es der Schutzmann so, gehen sie so. Macht es der Schutzmann aber so, gehen sie anders. Die Autos durchsausen die Straßen, die Radfahrer fahren, wie sie wollen, die Fußgänger gehen mitten auf der Straße spazieren, kommen zwischen die Wägen (...) Dies alles kann nur anders werden durch meinen Vorschlag, der alle diese Mißstände auf einmal aus der Welt schafft. Mein Vorschlag ist folgender, und jeder Irrsinnige wird mir recht geben. Der Verkehr soll folgendermaßen eingeteilt werden. Und zwar täglich von 7 bis 8 Uhr Personenautos, 8 bis 9 Uhr Geschäftsautos, 9 bis 10 Uhr Straßenbahnen, 10 bis 11 Uhr Omnibusse, 11 bis 12 Uhr die Feuerwehr, 12 bis 1 Uhr die Radfahrer, 1 bis 2 Uhr die Fußgänger.

Sollte diese stundenweise Einteilung nicht möglich sein, wäre eine andere Lösung möglich, und zwar Tagesverkehr: Der Montag ist nur für die Personenautos, der Dienstag nur für die Geschäftsautos, der Mittwoch Straßenbahn, der Donnerstag für die Omnibusse, der Freitag für die Feuerwehr, der Samstag für die Radfahrer. Die Sonn- und Feiertage nur für die Fußgänger.

Auf diese Weise würde nie mehr ein Mensch überfahren werden. Oder eine weitere Lösung: Im Januar nur mehr Personenautos, im Februar Geschäftsautos, im März die Straßenbahnen, im April Omnibusse, im Mai die Feuerwehr, im Juni die Radfahrer, im Juli Fußgänger und so weiter und so weiter. Oder 1939 nur Personenautos, 1940 Geschäftsautos, 1941 Straßenbahnen, 1942 die Omnibusse, 1943 die Feuerwehr, 1944 die Radfahrer, 1945 Fußgänger und so weiter.

Oder: Im 20. Jahrhundert nur Personenautos, im 21. Jahrhundert nur Geschäftsautos, im 22. Jahrhundert nur ... (Protest und Tumult im Saal)."

Also: Der Vorschlag liegt jetzt auf dem Tisch. Es braucht nun aber Entscheidungen. Dringend!
heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 17.11.2018 um 11:27 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/eine-verkehrsloesung-die-gibt-es-ja-schon-lang-1133200

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