Liebe Nachbarinnen, liebe Nachbarn - Bayern! Teil V

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Lokalpatriot Heinz Bayer

Ihr kennts ja den Spruch: "Mia samma doch irgendwie oans. Mia leben doch gmiatlich nebeneinand.

Deshalb kammat i heit mit einem Bitteschön daher. Es warat wegen dem Kleinen Deutschen Eck."

So is des in deni Soizbuaga Nochrichtn gstondn, am
27. Juli letzten Jahres. Also 2015. Und donn no drei Moi.

Gonga is um a hinigs Stückerl Stroßn, des den Flachgau mit dem Pinzgau verbindt.

Wissma eh alle. Aber nur damit's no amoi gsogt is: Die Streckn führt über die deutsche B21 vorbei an Bad Reichenhall und durch Schneizlreuth (Problemzone! Problemzone!) bis zur deutsch-österreichischen Grenze am Steinpass bei Unken.

Und des naxte Moi hob i gschriebm: "Was ich, mit allem Reschpekt gsogt, nicht versteh, is vor allem diese breslate, kaputte Straßeneinfassung. Jetzt warat's endlich an der Zeit, dass mas herricht. Es pressiert!"

Und dann des: "Jetzan homs angfangen zum Bauen. Aber nicht eine ordentliche Straße wird da gebaut, nein, nur des breslate Stückl Mauer wird saniert. Mit Beton. Und jetzt wird an der bresligsten Stelle bloß a bissl ummagflickt."

Das war ein Irrtum. Tschuidigns! Ich gebs zua. Weil saniert wird das ganze Stück Straßn. Wia a Weißwurst packens sie's an, d'Nachbarn. Stück für Stück.

Und was ist der Dank? Es gibt keinen Dank. Weil ein SN-Leser (Name der Redaktion bekannt, gei Beda!) schreibt jetzan:

"Ein Hinweisschild, das ich jeden Tag beim Fahren in die Stadt so richtig mit Freude betrachte, sagt, dass die wirklich lange Baustelle Kurverl-Meierl Schneizlreith sich bis 2020 ziehen wird.

So wie ein Strudelteig. Das ist für 1285 Meter ganz schön schnell - die Baustelle - nämlich die Fertigstellung derselbigen, bewegt sich mit rund 1,05 Meter pro Arbeitstag ihrem Ende im Jahr 2020 zu!

Ich habe Sorge, dass es bei der affenartigen Geschwindigkeit eins der schweren Baufahrzeuge aus den berühmten Kurverln hinaustragt und dann is de ganze Bauerei wieder umsonst - weil dann müssen wir von vorn anfangen."

Und donn schreibt da Beda no: "Als Beispiel aus der Natur sei jetzt die Südtiroler Weinbergschneggn angeführt, die macht drei Meter in der Stunde, also 72 Meter pro Arbeitstag!

Wenn wir also so eine Schneggn auf den Weg nach Salzburg senden, rund 100 Kilometer, dann wäre die Schneggn samt Wanderpartner(in) in Salzburg, bevor unsere bayerischen Schnell-, Tief- und Hochbauer mit ihrer Baustelle fertig sind."

Was sogt uns des?

In Südtirol - aber auch bei uns im Pinzgau - sind die Weinbergschneggn schneller als die Hoch- und Tiefbauer in Bayern.

Und am End' moant da Beda: "Liebe bayrische Nachbarn- bei meiner Ehr und allem Reschpekt - das kanns ja nicht sein. Man kann jetzt Tage rechnen oder nur Arbeitstage - der Unterschied ist marginal und bewegt sich im Zentimeter-Bereich.

Liebe Grüße, ein Pendler aus einer benachteiligten Region im Land Salzburg, die immerhin zehn Millionen Nächtigungen zum wirtschaftlichen Ergebnis in Salzburg beiträgt."

Da werdens keine Freud' damit haben, die Freunde aus Bayern. Aber ich bin unschuidig. Ich hab's nur ausgricht!

heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 14.11.2018 um 12:34 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/liebe-nachbarinnen-liebe-nachbarn-bayern-teil-v-1178920

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