Muss ein Schnee-Cent her?Die Diskussion ist eröffnet

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Lokalpatriot | Salzburg steht in Kritik Heinz Bayer

Wir Eingeborenen kassierten am langen Wochenende den verdienten Bonus: drei Tage Sonnenschein. Ideale Bedingungen zum Skifahren - auf perfekt präparierten, schmalen Schneebändern. Der volle Genuss, bevor die Masse kommt. Doch halt, sie haben recht: Wir sind - grüß Gott, lieber Klimawandel - mittendrin in der "Piefke-Saga".

Aus grünen Wäldern wachsen Kunstschneebänder heraus. Ja, sie sind befremdlich anzusehen. Aber - bleiben Alternativen?

Schneimeister, die ihr Handwerk virtuos verstehen, haben diese Bänder über braune Almwiesen bis hinunter ins Tal gelegt. In der Gastronomie gilt der Spruch: "Ein Kompliment an die Küche!", wenn das Essen gemundet hat. In diesem Fall muss es heißen: "Kompliment an die Schneimeister!" - sie haben den perfekten Job gemacht.

Und da sitzt man dann auf seinem Liftsessel und zuckelt gut gelaunt hinauf. Am Rande der Piste marschieren, einer um den anderen, viele, viele Pistengeher. Sie tun es auf sehr teuer hergestellten Kunstschneebändern. In der Regel gratis. Und man sinniert: Wäre ich Liftbetreiber, was würde ich mir dabei denken? Damit wäre für heuer die Diskussion um einen Beschneiungscent eröffnet. Im Alpinismus gibt es den Begriff: "by fair means". Auf Deutsch: Mit ehrlichen Mitteln. Damit wären wir bei einer ehrlichen Diskussion angelangt. Auf Dauer wird's eine finanzielle Lösung brauchen. Auch für Pistengeher, die auf Schneebändern, die so absurd die Berge behübschen, hinaufmarschieren und hinunterfahren. In der Regel gratis.

Denn: Auf Dauer werden die Seilbahner das nicht allein zahlen können. Und wenn's diese Bänder in schneearmen Wintern weiter gibt, ist das ja auch im Sinne der Gratisgeher.

heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 23.09.2018 um 10:00 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/muss-ein-schnee-cent-herdie-diskussion-ist-eroeffnet-615538

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