Neulich kam ein E-Mail von Heinz Fischer

Genau: Mir ging es auch so. Ich dachte im ersten Moment, es handle sich um Post des liebenswerten Ex-Präsidenten.

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Lokalpatriot Heinz Bayer

Aber er war es nicht. Es war Frau Fischer aus Rauris. Sie benützte die E-Mail-Adresse ihres Mannes, weil sie auf die Kolumne "Tati, da Tee dat" reagierte und schrieb: "Der Artikel war super, und als gebürtige Rau riserin bzw. Weschterin (Wörth) war für mich der Text kein Problem, selten so gelacht . . .; ich war Kellnerin und früher waren die Hochzeiten schon am Vormittag. Nachdem ein Gast gesagt hat ,Mei, ho i an Hunger, heit ho i an Onastand verpasst', hab ich meine Mutter gefragt, was das heißt - ,Ich hab meine Vormittagsjause verpasst.' Und einer wollte einen ,halben Worma'. Nach einigem Nachfragen war es ein halber Liter Glühwein." Ja, die Sprache ist ein Hundling an diam (manchmal).

Neulich rätselten drei Holländer vor dem Klo der Tiergarten alm. Tapfer hatten sie sich mit den Skischuhen in den Keller gekämpft. Dort stand zu lesen: "Buam". Ich sagte, sie wären richtig. Hier dürften "Boys" hinein. Wie erleichtert die waren! Erst mental. Dann auch anders.

Ja, es tat sich viel dieser Tage. Der Sonkt Moschtara (St. Martin/Lofer) Vize-Weltmeister Roland Leitinger kommentierte im ersten Schrecken als wohlerzogener Christenmensch den Erfolg mit: "Halleluja, Oida!". Der nordische Kombinierer Paul Gerstgraser (ein Pinzgauer aus Rauris, kein Pongauer bitte schön!) hechelte nach dem Rennen: "Ich war fetzenblau" und meinte damit, auf den letzten Metern zur Bronzenen sei ihm fast die Luft weggeblieben. Mir blieb sie weg. Auf der Tiergartenalm. Der ungarische Kellner bestätigte meinen Wunsch nach einem Caffè Latte so: "Gut, also eine Latte für den Herrn."

Ich schwieg einfach nur.
heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 15.11.2018 um 08:12 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/neulich-kam-ein-e-mail-von-heinz-fischer-333289

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