Skiboots are very welcome

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Lokalpatriot | Salzburg steht in Kritik Heinz Bayer

Jetzt aber Schluss mit Mundart. Weil Dialekt können wir uns in der globalisierten Skiwelt nicht leisten. Und wenn, dann nur, wenn die Gäste nicht da sind oder etwas nicht verstehen sollen. Außerdem ist da neuerdings dieser lange Schatten von Ischgl. Der sieht aus wie ein Skischuh. Kurios: Zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr früh dürfen am Ischgler Ballermann keine Skischuhe mehr getragen werden. Dabei waren Skischuhe in vielen Situationen das letzte Mittel, das taumelnden Skifahrern beim Après-Ski Halt gab.

Ist schon lustig: Erst treiben die Kollegen in Ischgl den alpinen Saufsport in grausige Höhen. Dann sollen ein Skischuhverbot samt Anzieh-Knigge beim Ausgehen für mehr Stil sorgen. Ist nur ein Vorschlag, aber: Wie wär's mit weniger Massenbesäufnis?

Jedenfalls und um zurück zur Mundart zu kommen. Wir kennen die Tafeln auf Landgasthöfen: "Bikers are welcome." Sicher gibt es an Skihütten und an Hotels bald die Hinweistafel "Skiboots are allowed". Was so viel heißt wie: Kimm eicha, trink wos, loss d'Skischuach an!

Wobei, der Sprech im Tourismus basiert eher auf knallhartem Geschäftsenglisch. Erscht danaxt, also vor gar nicht so langer Zeit, gab es eine Sitzung des Tourismusverbands Deantn. Pardon, natürlich Dienten.

Dort wurden den anwesenden Aborigines (Urbevölkerung am Fuße des Hochkönigs) mitgeteilt: Demnächst solle es einen Flashmob geben, bei dem alle zusammenhelfen sollen. Und ein Flow Trail für Radfahrer werde kommen.

Beim hoam gehn sollen sich zwei Deantner zugeraunt haben: "Leck Oasch, sand mir global!"


heinz.bayer@salzburg.com

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