Verona & die Vollmassage im Kreisverkehr

In Zeiten wie diesen fühlt man sich manchmal ein bisserl angespannt. Wenn der Rücken zwickt und der Stress plagt. Aber unverhofft tut sich Hilfe im Vorbeifahren auf. Und wer hat's erfunden? Die Zeller!

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Lokalpatriot Heinz Bayer
Verona & die Vollmassage im Kreisverkehr SN/heinz bayer

Wie sehr beschenkte sie uns doch alle. Mit diesem grandiosen Satz. Er gilt zweifelsohne als grammatikalischer Klassiker der Neuzeit und lautet: "Hier werden Sie geholfen!" Danke, Verona Feldbusch-Pooth!

Zwischen Zell am See und Bruck übrigens, da werden Sie nicht nur geholfen, da werden Sie sogar massiert. Eher symbolisch zwar, aber immerhin. Im Vorüberfahren. Im Kreisverkehr! Hundling sind sie schon, die Zeller! Auf einer Verkehrsinsel stehen, von Blumen umrankt, mitten in der Fahrbahn der B311, kleine sinnfreie Holzhäuschen und zwei Strohpuppen. Eine massiert symbolisch die andere am verlängerten Rücken. Schaut zärtlich aus!

Rundherum kreisen pro Tag 18.000 Autos und mehr. Große. Kleine. Laute. Viele in jedem Fall. Ganz oft stehen diese Autos im Stau. Aber Moment: Vermutlich ist es der ausgeklügelte Beitrag von Bruck und Zell am See, um gehetzte Menschen zu entschleunigen! Die zwei Nachbarorte haben diese endlos hässlichen Gewerbegebiete in Konkurrenz zueinander gebaut, weil sie uns damit und durch den Stau entspannen wollen. Die meinen es gut mit uns - und wir verstehen es nicht!

Doch jetzt ist es heraußen: Denn auf dieser Insel im Verkehrsstrom stehen Hinweistafeln mit Aufschriften wie "Jungbrunnen" und "Heublumen Bad" - und eben "Massage". Im Niemandsland rundherum reihen sich Autosalons, eine Döner-Bude, Supermärkte, ein XXXLutz, ein Möbelix und ein McDonald's aneinander. Da passt der Bauernherbst samt rustikalem Hinweistaferl und Strohpuppen perfekt!

Bleibt zu hoffen, dass die Monteure dieser Strohkammer des Schreckens die Aktion im Verkehrsgetümmel heil überstanden haben. Übrigens: In der Zeller City steht neuerdings ein Hotel mit Pinzgauer Zaun neben der Rampe zur Tiefgarage. Mitten in der Stadt. Wofür? Damit die Gäste nicht weglaufen?

Frei nach Sepp Forcher kann das nur heißen: Grüß Gott beinand' in Absurdistan!

heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 19.09.2018 um 04:57 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/verona-die-vollmassage-im-kreisverkehr-1028446

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