Von FKK und der Weisheit des Figaro

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Lokalpatriot | Salzburg steht in Kritik Heinz Bayer

Neulich rief mich Herr T. aus S. an. Das tut er sonst nie.

Deshalb dachte ich schon beim ersten Klingelton: Hoppla, das muss jetzt aber wichtig sein. Herr T. verriet mir Pikantes. Es klang jedenfalls gleich zu Beginn so. Irgendwie konspirativ. Ja, durchaus ein bisserl verschwörerisch. Das Codewort, das sofort alle Sinne klingeln ließ, lautete "FKK". Da wird natürlich auch unsereins ruckzuck hellwach.

Wobei man mit solchen Abkürzungen in Tagen wie diesen vorsichtig sein muss. Nicht, weil es so oft regnet und sich womöglich wer gefrotzelt fühlt, wenn trotzdem von einem FKK-Strand die Rede ist. Nein, gar nicht. Aber FKK klingt fast so wie PKK. Und am End', meiner Seel', ist da gleich wieder einer total beleidigt, weil er möglicherweise meint, dass schon wieder von ihm und von seinen Feinden die Rede ist, und verhängt dann im Handumdrehen (aua!) ein Einreiseverbot. Deshalb gleich noch einmal pauschal zur Beruhigung aller aufgeregten Staatsmänner und speziell dieses einen: Hier ist ganz ausschließlich von FKK die Rede. Also von Freikörperkultur. Das heißt vom Nacktbaden. Das heißt von den Nackten und den Roten. Sprich von "Nockabatzeln" und ihren aufgebrannten Popobackerln.

Doch jetzt endlich zurück zu Herrn T. und zu diesem geheimnisvollen Anruf. Er frug mich, ob ich denn von diesem Fernrohr wüsste. Ich sagte: "Bitte?"

Er fuhrt fort. Es gebe da am Ritzensee in Saalfelden einen Nacktbadestrand. Einen der ganz wenigen und noch dazu öffentlichen FKK-Bereiche im ganzen Pinzgau. Ja, und?

Ganz genau gegenüber an der Uferpromenade stehe ein Fernrohr. Auf einer Säule. Einwurf ein Euro und "du bist live dabei beim FKK am See". Geh! Das kann doch nicht sein!

Deshalb hat's der Lokalpatriot gleich einmal ausprobiert. Eigentlich waren es zwei Mal. Beide Male stellte sich heraus: "Guckst du!" geht in diesem Fall auch ohne Geld einzuwerfen. Tatsächlich! Blöd nur: Es hat an beiden Tagen geregnet.

Der Beweis, dass es sich um einen offiziellen Feldstecher für Spanner handeln könnte, war somit nicht zu liefern.

Aber vergrößern tut dieses Fernrohr schon schön. Meine Herren! Und praktisch alles!

Aber es wird sich jetzt ohnehin keiner mehr durchschauen trauen am helllichten Tag, weil ja alles haarklein in der Zeitung steht. Und in der Nacht sind Nackte ja praktisch unsichtbar.

Zum Schluss bitte schön noch ein philosophischer Merksatz vom Feinsten. Er stand neulich auf einer Tafel vor einem Friseurladen in Salzburg (Rochusgasse) zu lesen: "Wer nackt badet, braucht keine Bikinifigur."

Das ist echte Weisheit!

heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 16.11.2018 um 09:33 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/von-fkk-und-der-weisheit-des-figaro-1200076

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