Zum Tod von Johann Emberger

. . . und zu einem Hassposting, das mindestens 2000 Euro kosten wird.

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Lokalpatriot Heinz Bayer

27. Jänner 2017: Weltweit wird der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Als solches ist auch Johann Emberger zu verstehen. Der Bramberger starb, erst 19 Jahre alt, im Jänner 1944 - weil ein verhinderter Künstler aus Braunau glaubte, Krieg gegen die Welt führen zu müssen. Per Standardbrief erfuhren Emberges Eltern, dass ihr Sohn ums Lebens gekommen war.

Der Brief wurde jetzt auf der Facebook-Seite "Historischer Pinzgau" publiziert. Hier ein Auszug (samt aller Nazifloskeln, um authentisch zu bleiben):

"Sehr geehrter Herr Emberger! Ich habe die traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Sohn, der Jäger Johann Emberger, geb. 7. 1. 1925, am 16. 1. 1944, 8 Uhr auf den Hauptverbandsplatz in Kamenka (Südrussland) etwa 7 km ostwärts Nikopol (Dnyepr) an den Folgen seiner im Kampf um die Ehre und die Freiheit Großdeutschlands erlittenen Verwundung (Kopfschuß) verstorben ist, nachdem er in vorbildlicher Tapferkeit - getreu seinem Fahneneid - für Führer, Volk und Vaterland seine Pflicht getan hat. Wir haben ihn unter militärischen Ehren auf den Heldenfriedhof in Kamenka in einen würdigen Einzelgrab (Nr. 66) zur letzten Ruhe gebettet (...) Die Gewissheit, dass Ihr Sohn für die Größe und die Zukunft des ewigen deutschen Volkes sein Leben hingab, möge Ihnen in Ihren schweren Leid ein Trost sein und Ihnen Kraft geben."

Was für ein Zynismus!

25. Jänner 2017: Ein Saalfeldener Fami lienvater wünscht Florian Klenk, Chefredakteur des "Falter", per Facebook in die Gaskammer. Anlass: Ein Auftritt von Klenk und Armin Wolf im "Kulturmontag" zum Thema "Fake News". Das Hassposting wird den Mann mindestens 2000 Euro kosten.

Man darf sich fragen: Werden die Menschen denn nie klüger? Offenbar nicht.
heinz.bayer@salzburg.com

Aufgerufen am 22.09.2018 um 11:09 auf https://www.sn.at/kolumne/lokalpatriot/zum-tod-von-johann-emberger-480487

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