Ausflüge ins Exotische

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Mein Europa Christian Sprenger

Einst war der Pass Thurn der Scheidepunkt zwischen großer, weiter Welt und Ödnis. Fernsehödnis, wohlgemerkt. Denn in den 1970er-Jahren fanden nur zwei TV-Kanäle Zugang in den Oberpinzgau: FS1 und FS2, die über große Teile des Tages ein Testbild zeigten. Bei der Oma, jenseits des Pass Thurn in Waidring in Tirol, war alles anders. FS1, FS2 UND drei deutsche Sender. Ganz unfassbar war es dann bei der Oma jenseits des Arlbergs in Bludenz in Vorarlberg: FS1, FS2, drei deutsche Sender UND die Schweizerische Rundfunkgesellschaft.

Dann kam Kabelfernsehen über Europa. Ein Klick auf die "Senderliste" der TV-Fernbedienung förderte zuletzt Hunderte Kanäle zutage. Im Angebot: Radiostationen aus Mitteldeutschland und schrullige Sender mit bizarren Quizshows aus dem Südosten des Kontinents und dem benachbarten Asien.

Der Fernsehanschluss ist mittlerweile abgemeldet, was einem die reichhaltige Welt der Literatur wieder in Erinnerung rief. Wie etwa die der europäischen. Schon einmal Marek Krajewski gelesen?

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