Apropos Weihnachten

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Mein Weihnachten Nandi Friedel

Nun, Weihnachten hat sich wohl ziemlich verändert. Meine Kinder sind in den späten 68ern auf die Welt gekommen und da hatte es raumfassend begonnen, schick zu sein und sich von allem Religiösen zu distanzieren. Auch Weihnachten blieb davon nicht ganz verschont. Aber letztlich machten unsere Kinder doch noch mit. Etwa unser Ältester holte beim Weihnachtsliedersingen doch wieder seine Querflöte hervor und spielte mit. Und dann irgendwann gründeten auch sie alle Familien, wobei Weihnachten eine moderate Kehrtwende erlebt. Etwa mit ein paar dezidierten Signalen des Abstandes zu früheren Gebräuchen. Die einen lassen das Kripperl weg, die anderen bereiten ein betont anderes Festtagsmenü - ein paar Weihnachtslieder gibt's aber bei allen. Ja, und da ist noch eine Kleinigkeit: Mein Mann und ich sind Kriegs- bzw. Nachkriegskinder. Sparsamkeit hatte da einen festen Stand. Wenn es ans Packerl aufmachen ging, da war es eine wesentliche Beschäftigung des Herrn Papa, all das Geschenkpapier auszustreifen und zusammenzufalten, die Bänder aufzurollen, und all das kam dann in eine Lade zum späteren Verbrauch. Die Kinder grinsten sich eins, aber mir erschien das sinnvoll. Diesen Brauch hat keines der Kinder übernommen und dieser Abstand wird sogar zelebriert, etwa steht ein extra Kübel bereit, in den das zerknüllte Papier gestopft wird mitsamt all der heruntergerissenen Bandln. Das amüsiert mich, aber zuweilen rette ich die eine oder andere besonders hübsche Schleife, rolle sie auf und stecke sie heimlich weg. Aber so im Großen und Ganzen feiern sie alle doch sehr nette Weihnachten, unsere Kinder.

Aufgerufen am 02.12.2020 um 03:05 auf https://www.sn.at/kolumne/mein-weihnachten/apropos-weihnachten-62053687

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