Der allerschönste Weihnachtsbaum

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Mein Weihnachten Margret Graggaber

Meine Kindheit verbrachte ich mit neun Geschwistern in Maria Alm. Mein Vater war Liftangestellter, und meine Mutter verdiente ein Zubrot mit ein paar Privatzimmern. Der Christbaum war für beide etwas Besonderes. Einge Wochen dafür wurde jeden Abend still und leise etwas gemacht. Es wurden die Zuckerringe, Windbäckereien mit Bändern versehen. Diverse andere Süßigkeiten wurden sorgfältig in verschiedenes helles Seidenpapier gewickelt. Die Weihnachtskugeln wurden sorgfältig ausgepackt , die Christbaumkerzen in die Halter gesteckt, Strohsterne erneuert ...

Die Besonderheit für ihren Christbaum waren die hohlen großen Schokofiguren, wie ein Teddy, ein Engel, eine Trompete, eine Gitarre, und natürlich durften die Tautropfen aus Gelee in den Netzsäckchen auch nicht fehlen.
Natürlich versuchten wir jeden Abend etwas zu erblicken, schauten durch das Schlüsselloch, aber leider sahen wir nichts. Als wir am Heiligen Abend die Stube betreten durften und der hellerleuchtete Baum vor uns stand, strahlten und funkelten auch unsere Augen. Jeder bekam sein Päckchen und etwas zum Spielen oder Lesen. Der nächste Blick galt den Schokofiguren, die wurden von uns Älteren sofort gezählt, ob 10 Stück je Sorte am Baum hingen. Verlor der Baum dann schön langsam die Nadeln wurde er abgeräumt und die Süßigkeiten korrekt aufgeteilt. Sollte einer von uns vorher schon so eine schöne Schokofigur gegessen haben, musste er es ehrlich zugeben, und er bekam diese nicht mehr. Nun mussten wir wieder auf unseren Weihnachtsbaum ein Jahr warten.

So wünsche ich auch allen Lesern einen schönen heiligen Abend!

Aufgerufen am 24.11.2020 um 08:07 auf https://www.sn.at/kolumne/mein-weihnachten/der-allerschoenste-weihnachtsbaum-62670148

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