Der letzte Adventkalender

Autorenbild
Mein Weihnachten Iris Burtscher

2005 hatte gut begonnen: mit einem Langstreckenflug nach Lima und einer schönen Reise. Doch das Jahr endete leider unerfreulich. Der Dezember kam. Und es kam nichts. Abgesehen von der Enttäuschung natürlich. Sie müssen wissen: Bis dahin kam ich Jahr für Jahr in den Genuss eines Adventkalenders. Anfänglich erfreute ich mich an bunten Weihnachtsbildern, die sich Tag für Tag hinter Kartontürchen versteckten. Darauf folgten verschiedene Varianten, von selbstgebastelt bis schokoladegefüllt. Bis die Serie 2005 jäh endete. Die Beschwerde ans Elternhaus erfolgte prompt. Und gleich im Trio. Nicht nur ich, auch meine beiden im gleichen Jahr in verschiedene Studienorte gezogenen Brüder hatten ebenfalls erfolglos auf Post gewartet. Dass der Beginn der Volljährigkeit und die Änderung des Hauptwohnsitzes die Mutter von der Pflicht des jährlichen Kalenderkaufs entbinden, davon war nie die Rede. Heuer habe ich selbst den ersten Adventkalender für meinen Sohn besorgt. Seit Samstag dürfen wir beide jeden Morgen ein Türchen öffnen. Auf den Adventkalender hat meine Mutter nie mehr vergessen.

Aufgerufen am 27.11.2021 um 07:53 auf https://www.sn.at/kolumne/mein-weihnachten/mein-weihnachten-der-letzte-adventkalender-61785667

Kommentare

Schlagzeilen