Weihnachten auf Umwegen

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Mein Weihnachten Caroline Kleibel

Vor Jahren wollten wir Weihnachten auf einer Selbstversorgerhütte in den Bergen feiern. Der Traum gestresster Stadtmenschen mit zwei kleinen Söhnen. Weil das Auto bis unters Dach vollgepackt war, mussten mein jüngerer Sohn und ich öffentlich anreisen, mit einmal Umsteigen. Und da passierte es. Wir fuhren los, aber leider in die falsche Richtung. Kurzerhand ließ der Schaffner den Zug auf offener Strecke anhalten und uns beide in den Entgegenkommenden umsteigen. Über riesige Schneewechten hob er uns förmlich drüber und rief: "Schnell, das ist ein außerplanmäßiger Aufenthalt!" Unsere Geisterfahrt war vorüber, ehe ich noch realisiert hatte, dass wir andernfalls den Heiligen Abend irgendwo im Nirgendwo verbracht hätten. Aber leider auch bevor es mir möglich gewesen war, meinem weihnachtlichen Wohltäter zu danken. Es gelang mir nie, ihn ausfindig zu machen.

Er war für dieses Weihnachtsmärchen seinem Herzen und nicht der Dienstanweisung gefolgt. Dafür bin ich noch heute dankbar.

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