Auf Du und Du mit den Stars von gestern und heute

Alexander Antonitsch und Barbara Schett erzählen von ihrer Arbeit mit Boris Becker und Co. Von sprachlichen "Barrieren" und Treffen im Make-up.

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Netzroller Christian Mortsch
Österreichs Eurosport-Experten in Paris: Barbara Schett und Alexander Antonitsch. SN/GEPA pictures
Österreichs Eurosport-Experten in Paris: Barbara Schett und Alexander Antonitsch.

Sie halten bei Grand-Slam-Turnieren dann die rot-weiß-rote Fahne hoch, wenn Dominic Thiem nicht mehr dabei ist und sind auf Du und Du mit allem, was im Welttennis Rang und Namen hat. Barbara Schett und Alexander Antonitsch haben sich bei Eurosport einen Namen gemacht und gaben den SN in Paris einen Einblick in ihre Arbeit mit den Topstars und ihren prominenten Kollegen.

Mit Mats Wilander moderiert die ehemalige Weltklassespielerin "Game, Schett, Mats", das in über 40 Länder ausgestrahlt wird, in perfektem Englisch. "Bei Serena Williams zum Beispiel weiß man nie, was kommt. Gespräche mit ihr sind genauso kurzweilig wie mit Roger Federer oder Novak Djokovic. Sie geben auch vor dem Mikrofon am meisten her", erzählt Schett. Kommentator Antonitsch ergänzt: "Das Lustigste ist, wenn ich Babsi auf Deutsch übersetzen muss. Das hat schon etwas, wenn ein Kärntner eine Tirolerin übersetzt." Generell kommt es mit den deutschen Kollegen immer wieder zu sprachlichen "Differenzen". So hielt Antonitsch' Kollege fest, dass der Platz gesprengt werden muss. "Ich habe ihm dann gesagt, dass es reicht, wenn er gespritzt wird."

Und auch mit dem früheren Superstar Boris Becker sei es durchaus unterhaltsam. Mit Matthias Stach bildet er bei "Matchball Becker" ein kongeniales Duo. Bei der deutschen Legende gibt es keine Spur von Chef-Gehabe. "Abgesehen davon, dass er einen sehr guten Job macht, ist Boris extrem umgänglich", sagt Antonitsch. Ebenso Wilander, wenngleich Schett einen großen Unterschied feststellt: "Obwohl Mats mehr gewonnen hat, ist Boris öffentlich ein anderes Kaliber. Du kannst mit ihm nicht vor die Türe gehen, ohne dass sich in Sekunden eine Menschentraube um ihn bildet." Die ruhigste Zeit verbringen Schett und Becker beim gemeinsamen Make-up. "In der Maske braucht er oft länger als ich", lacht Schett.

Was alle verbindet, ist die Leidenschaft zum Tennis. Schett feiert heuer ein Jubiläum und ist bereits zum 25. Mal in Roland Garros. "Mit 16 habe ich zum ersten Mal hier gespielt. Außer als frischgebackene Mama war ich immer hier", erzählt die 42-Jährige. 2000 und 2001 stand sie im Achtelfinale. Heuer arbeitetet sie im 13. Jahr in Folge für Eurosport. Antonitsch erinnert sich an sein Paris-Debüt 1983 zurück: "Als Yannick Noah gewonnen hat. Die Stimmung war heißer als im Fußballstadion."

Warum beide nicht etwa (auch) für den ORF arbeiten? "Ich musste mich leider entscheiden", erklärt Antonitsch, der seine Kollegin gern auch als "Anchorwoman" in der Heimat sehen würde. "Aber daheim ist man oft weniger wert", erklärt Schett. International sind sie umso mehr gefragt.

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