Kuriositäten nehmen bis ins Finale ihren Lauf

Das Damen-Halbfinale bei den French Open brachte einen völlig verrückten Spielverlauf. Und wieder eine Debatte über Gleichberechtigung.

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Netzroller Christian Mortsch
Ashleigh Barty steht nach einem verrückten Halbfinale gegen Amanda Anisimova im Endspiel von Paris. SN/APA/AFP/PHILIPPE LOPEZ
Ashleigh Barty steht nach einem verrückten Halbfinale gegen Amanda Anisimova im Endspiel von Paris.

Wenn man glaubt, die Damenkonkurrenz bei den French Open kann nicht mehr kurioser werden, wird man eines Besseren belehrt. So hat nun das Halbfinale zwischen der 17-jährigen Turniersensation Amanda Anisimova und Ashleigh Barty eine neue Dimension an Unberechenbarkeit erreicht. Die Fakten in Kurzform: Anisimova lag 0:5, 15:40 zurück, holte aber Satz eins noch 7:6(4), führte dann nach 17 (!) Punkten in Serie 3:0, ehe sie sieben Games en suite abgab. Die Australierin gewann schließlich auch dank 40 Winnern sowie 41 unerzwungener Fehler von Anisimova 6:7, 6:3, 6:3. Während die US-Amerikanerin selbst ungläubig immer wieder die Hände vor das Gesicht schlug, blieb Barty völlig unbeeindruckt.

Im Endspiel, in dem eine neue Grand-Slam-Siegerin gekürt wird, wird Barty, die außerdem in Australiens höchster Cricket-Liga engagiert ist, nun am Samstag (15 Uhr/live ORF Sport+) von einem weiteren Teenager gefordert. Denn die 19-jährige Tschechin Markéta Vondroušová setzte ihren sensationellen Erfolgslauf auch gegen die Britin Johanna Konta mit 7:5, 7:6(2) fort. Was man vom Duell zwischen der Nummer neun (Barty) und der Nummer 38 erwarten darf? Noch nie hat es die Devise "Alles ist möglich" besser getroffen. Barty hatte bis zu diesem Turnier in Paris erst zwei Matches gewonnen, Vondroušová gar keines.

Nicht nur wie, auch wo die Damen gespielt haben, war kurios. Sie mussten den Männer-Halbfinalisten im größten Stadion weichen. "Das ist unfair und unangemessen. Die vier Frauen haben das Recht, auf der größten Bühne zu spielen", sagte WTA-Boss Steve Simon und löste damit, kurz nachdem sich die Geschichte zwischen Dominic Thiem und Serena Williams beruhigt hatte, wieder eine Geschlechterdebatte aus.

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