Rafael Nadal: "So kann es nicht weitergehen"

Enttäuscht, frustriert, verärgert: Die Nummer eins der Welt musste im Viertelfinale der Australian Open aufgeben. Die Superstars kommen der ATP-Tour abhanden, die Nadal nun zum Handeln zwingt.

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Netzroller Christian Mortsch
Eine Oberschenkelverletzung bedeutete das Aus für Rafael Nadal. SN/APA/AFP/SAEED KHAN
Eine Oberschenkelverletzung bedeutete das Aus für Rafael Nadal.

Neues Jahr, alte Leiden: Die Verletzungsserien der Tennissuperstars nehmen auch 2018 kein Ende. Jüngstes Opfer ist - wieder einmal - Rafael Nadal. Der Spanier lieferte sich bei den Australian Open mit Marin Čilić ein hochklassiges Viertelfinalmatch, bis ihm im vierten Satz eine Oberschenkelverletzung zusetzte. Die Nummer eins der Welt biss noch einmal die Zähne zusammen, humpelte über den Platz und musste dann bei 0:2 im fünften Satz entnervt aufgeben. "Ich weiß nicht, wie schlimm die Verletzung ist", sagte Nadal danach.

Es ist aber zu befürchten, dass die ATP-Tour, wie bereits in den vergangenen zwei Jahren, auch heuer über Wochen und Monate ohne drei der ganz großen Namen auskommen muss. Auch Novak Djoković klagte nach seinem Achtelfinal-Aus wieder über Schmerzen im Ellbogen und spekulierte mit einer weiteren Turnierpause. Andy Murray fällt nach seiner Hüftoperation ohnehin bis Jahresmitte aus. Und auch Stan Wawrinka ist nach seiner Knie-Operation noch lange nicht der Alte. Nadal nimmt nun die ATP in die Pflicht. "Es sind zu viele Spieler verletzt. Wir können nicht so viel auf diesen harten Belägen spielen. Wir haben auch nach unserer Karriere noch ein Leben. Die Verantwortlichen müssen sich etwas überlegen. So kann es nicht weitergehen." Die körperlichen Strapazen scheinen zu hoch. So ist Roger Federer der letzte Superstar im Turnier. Der Schweizer trifft am Mittwoch (9.30 Uhr MEZ) im Viertelfinale auf Tomáš Berdych.

Nicht nur in Melbourne, auch in Österreich müssen die Fans auf ihren Topstar verzichten. Denn Dominic Thiem wurde auf Wunsch seines Trainers Günter Bresnik nicht für den Davis Cup am 2./3. Februar in St. Pölten gegen Weißrussland nominiert. ÖTV-Kapitän Stefan Koubek gibt die Hoffnung auf einen Thiem-Auftritt nicht auf: "Ich kann bis eine Stunde vor der Auslosung zwei Spieler austauschen. Bis dahin kann noch viel passieren."

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