Der Red Bull Ring wird ab 2022 durch eine Schikane entschärft

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Pole Position Michael Switil
 SN/apa

Seitdem die MotoGP im Jahr 2016 wieder nach Österreich zurückgekehrt ist, wird über das Layout des 4,3 Kilometer langen Rundkurses in der Steiermark diskutiert. Im Fokus der Kritik steht dabei aber nicht, dass der Red Bull Ring zu kurz sei oder zu wenige Kurven habe, sondern dass vor allem bei Motorradrennen die Sicherheit der Piloten nicht gewährleistet sei. Augenscheinlich wurde die Problematik des Streckenlayouts vor allem im Vorjahr, als die MotoGP-Szene nur mit viel Glück und um Haaresbreite an einer Tragödie vorbeischrammte: Die beiden Yamaha-Piloten Valentino Rossi und Maverick Vinales wurden in der dritten Kurve beinahe von den verunfallten Motorrädern zweier Konkurrenten getroffen.

Mit einer speziellen Absicherung der Kurve durch einen Airfence wurde zwar rasch auf den Zwischenfall reagiert, dennoch riss die Kritik der Fahrer am Layout trotz der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen nicht ab. "Wenn man dort alleine stürzt, ist es kein Problem. Das Problem ist, wenn in einer Gruppe jemand stürzt. Jeder weiß, dass diese Strecke nicht die sicherste im Kalender ist. Das haben wir schon im vergangenen Jahr zum Ausdruck gebracht", sagte etwa der amtierende Weltmeister Joan Mir. Just in der Vorwoche brach sich etwa Aprilia-Pilot Lorenzo Savadori nach einem Feuerunfall in besagter Kurve den Knöchel. Überhaput mussten die vergangenen drei Rennen der MotoGP in Österreich allesamt wegen Unfällen unterbrochen werden.

Aufgrund der großen Sicherheitsbedenken wird die Anfahrt zu dieser scharfen Rechtskurve nach der Saison umgebaut. Der Linksknick soll durch eine Links-Rechts-Schikane ersetzt werden, um die Geschwindigkeit vor der Anfahrt auf die dritte Kurve zu reduzieren (siehe Grafik). Damit wird es für die MotoGP-Piloten auch nur an diesem Wochenende möglich sein, den Rundenrekord auf dem Red Bull Ring zu verbessern. Genau das gelang im ersten Training vor dem Rennen am Sonntag (14 Uhr/live ServusTV) dem französischen Ducati-Piloten Johann Zarco.

Die erforderlichen Baumaßnahmen beginnen im November und werden über den Winter andauern. Die neue Streckenführung ist in erster Linie auf Zweirad-Rennserien ausgerichtet, kann bei Vierrad-Events aber ebenso zum Einsatz kommen. Die Formel 1 wird aber weiterhin dem "traditionellen" Layout treu bleiben.

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