Fernando Alonso: Mit fast 40 zurück in die Formel 1?

Autorenbild
Pole Position Gerhard Kuntschik

Er ist in Monza im Fahrerlager der Formel 1, allerdings nicht als Fahrer, sondern als McLaren-Botschafter. Doch das Gedränge um den zweifachen Ex-Weltmeister und amtierenden Langstrecken-Champion Fernando Alonso ist gleich wie immer.

Wenn sich zuerst die spanischen Journalisten durch die Fantraube kämpfen und danach viele andere zu einem jungen Mann in grauem Freizeitoutfit vordringen wollen, spricht sich in Monza schnell herum: Fernando ist wieder da. Immerhin ist der Spanier Alonso der letzte Ferrari-Sieger im Autodrom (das war 2010) und steht bei den Tifosi immer noch hoch im Kurs.

In Le Mans hat er im Juni mit dem Gewinn des Fahrertitels (gemeinsam mit Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima) seine Karriere in der Langstrecken-WM (WEC) als Toyota-Werkfahrer beendet. Die Formel 1 hatte Alonso nach 312 Rennen mit 32 Siegen und zwei WM-Titeln (2005 und 2006 für Renault) Ende 2018 verlassen. Über seine Zukunft spricht er noch immer nicht konkret. Da er etliche Testfahrten mit dem Toyota Hilux in der Wüste absolvierte, gilt sein Debüt bei der Rallye Dakar Anfang 2020 (erstmals in Saudi-Arabien) als sicher. Anzunehmen ist ferner, dass er einen weiteren Versuch unternehmen wird, die 500 Meilen von Indianapolis zu gewinnen. Dabei muss er Ende Mai 2020 die Blamage von heuer (nach einem Trainingsunfall nicht qualifiziert) ausmerzen.

Doch dann? "Die neuen Regeln ab 2021 machen die Sache wieder interessant", war dem Asturier zu entlocken. Sein Landsmann, Ex-F1-Pilot Pedro de la Rosa, ist sich sicher: "Fernando kommt 2021 in die Formel 1 zurück." Da würde er dann Ende Juli seinen 40er feiern. "Ich habe vor einem Jahr gesagt: Einer der Gründe, warum mir die Lust auf die Formel 1 vergangen ist, ist die Dominanz eines Rennstalls mit der Berechenbarkeit unserer Rennen. Aber das Reglement 2021 könnte die Karten mischen. Das sieht mir nach einer schönen Gelegenheit aus", erklärte er gegenüber dem TV-Sender Sky. Und er habe den Kontakt zu mehreren F1-Rennställen nie verloren. Die Verbindung zu McLaren ist ja mit seiner Botschafter-Rolle immer noch aufrecht.

Wenn Alonso wirklich 2021 zurückkommen will, wird spannend, welches Team entgegen dem aktuellen "Jugendwahn" auf einen Oldie setzen würde (die aktuellen McLaren-Fahrer Sainz und Norris sind 25 bzw. 19 Jahre jung). Doch de la Rosa ist überzeugt: "Das Alter spielt keine Rolle, denn Talent vergeht nicht."

Aufgerufen am 16.09.2019 um 10:38 auf https://www.sn.at/kolumne/pole-position/fernando-alonso-mit-fast-40-zurueck-in-die-formel-1-75886858

Kommentare

Schlagzeilen