Wieder gibt es neue Regeln für den Boxenfunk

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Pole Position Othmar Behr

Am 16. August 1986 schrieben Bernie Ecclestone und der schon damals von ihm dirigierte Formel-1-Zirkus Sportgeschichte. Zum ersten Mal fand in einem kommunistisch regierten Land ein WM-Lauf statt. Rund um Mogyoród nahe Budapest waren die Straßen löchrig, es fehlte an Quartieren. Aber die Menschen nahmen das Gastspiel mit Begeisterung auf. Man zählte gesamt 380.000 Zuschauer. Rund 200.000 Fans jubelten dem Brasilianer Nelson Piquet als Sieger im Williams zu. Der Hungaroring dreißig Jahre später: Noch immer regiert Ecclestone, und wenn am Sonntag zum Großen Preis von Ungarn 50.000 Fans kommen, feiern die Veranstalter. Nicht nur die Mercedes-Dominanz, auch das ständige Herumdoktern an den Regeln verärgert viele. Vor dem ersten Training heute, Freitag, legten die hohen Herren der Sportbehörde wieder ein Schäuferl nach. Ab sofort muss ein Fahrer an die Box rollen, wenn er über Funk die Mitteilung über ein technisches Problem erhält. Nico Rosberg hatte in Silverstone eine Zehn-Sekunden-Strafe ausgefasst, weil sein Auto via Boxenanweisungen mit kaputtem Getriebe ins Ziel gebracht wurde. Rosberg: "Wir versuchen das jetzt einmal. Früher haben die Fans ja gesagt, wir sind da draußen wie die Puppen der Ingenieure."

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