Aufschwung durch Intensivarbeitskräfte

Der 12-Stunden-Tag kann nicht die Lösung sein, da fehlt die letzte Konsequenz.

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Querschläger Fritz Messner

Zuerst möchte ich der Regierung danken, dass sie sich bemüht, Wirtschaft und Sozialpolitik auf den rechten Weg zu bringen. Was mir fehlt, ist allerdings der Nachdruck in ihrem Handeln. Ein paar lächerliche zusätzliche Arbeitsstunden pro Woche können doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, da wäre doch mit ein bisschen Phantasie viel mehr möglich. Man stelle sich nur vor, welchen Wettbewerbsvorteil gegenüber internationalen Konkurrenten - auch gegenüber jenen aus Asien und der 3. Welt - unsere Wirtschaft durch die Einführung der Sklaverei hätte.

Ich gebe zu, dass dieser Gedanke im ersten Augenblick ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, da bei uns jahrzehntelang ein sozialromantischer Schlendrian verinnerlicht wurde. Aber man kann ja durchaus auch die positiven Aspekte derartiger Arbeitsverhältnisse herausstreichen. Viele Junge wollen sich vielleicht dem Stress der Arbeitsplatzsuche gar nicht aussetzen. Auch Dauerärgernisse wie Kinderbetreuung und Minderbezahlung von Frauen wären mit einem Schlag kein Thema mehr. Sogar der Wohnungsmangel und der tägliche Stau, der durch die Pendler verursacht wird, wären nachhaltig gelöst, weil die "Intensivarbeitskräfte" (Sklaven ist wahrscheinlich nicht durchsetzbar) ja ohnehin am Arbeitsplatz wohnen würden. Und sind wir uns ehrlich: Wenn man sich anschaut, was die Leute mit ihrer sogenannten Freizeit anfangen, wird einem doch klar, dass das sinnlos verplemperte Zeit ist.

Sie finden das geschmacklos? Ja, eh, aber eigentlich habe ich nur die unverfrorensten Aussagen unserer machtrauschigen Regierungsvertreter zu diesem Thema konsequent um ein, zwei Ecken weitergedacht und den ihnen innewohnenden Zynismus nach außen gekehrt.

Aufgerufen am 15.12.2018 um 03:11 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/aufschwung-durch-intensivarbeitskraefte-29433226

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