Das Samsung Samson Sponsoring

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Querschläger Fritz Messner
Die Schwalbenwand in Maria Alm Ende Jänner 2020. SN/uta philipp
Die Schwalbenwand in Maria Alm Ende Jänner 2020.

Nachdem die Maria Almer Touristiker am Natrun die Prinzenrolle rückwärts hinlegten, will nun ein Fußballverein aus dem Neandertal einen Teil der Schwalbenwand gegenüber in Fortuna Höhe umbenamsen, was wieder wilde Diskussionen hervorruft. Während die einen das Mugerl bis zum letzten Buchstaben verteidigen, sagen andere, sie sollen sich nicht so aufpudeln, denn bei dem, was sonst so alles an Heimat verscherbelt wird, kommt es darauf auch nicht mehr an.

Manche sagen sogar, wir sollten das ganze Land samt seiner Kultur als Werbeträger vermarkten wie Fußballklubs ihre Vereinsnamen und Stadien, indem wir nicht nur bekannten Gipfeln und Orten, sondern auch Veranstaltungen und Bräuchen für entsprechende Summen Firmennamen voranstellen. Die Gäste würden dann halt am Eurofighter Airport Salzburg ankommen, bei den Gazprom Festspielen im Haus für Nestlé Mozart am Audi Rolex Platz einer neuen Schwerpunktreihe zum Themenkreis Umwelt beiwohnen und am nächsten Tag im Saudi Aramco Zellersee baden, auf den Burger King Hochkönig kraxeln oder gar die Prada Prangstangen und einen Samsung Samsonumzug im L'Oréal Lungau besuchen.

Und vielleicht könnten wir sogar unseren östlichen Nachbarn ihren hunderte Millionen schweren Anteil an der Salzburg AG abkaufen, indem wir unser Bundesland für zwanzig Jahre in Energie Oberösterreich AG Land Salzburg umbenennen.

Und wenn schließlich nach den Regeln des Sponsorings auch alle Politiker verpflichtet wären, sich so wie Sportler bei Pressekonferenzen die Firmenlogos der größten Parteispender ans Revers zu picken oder entsprechende Stirnbänder zu tragen, würde wohl auch so manche ihrer Entscheidungen viel besser nachzuvollziehen sein.

Aufgerufen am 04.12.2021 um 09:48 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/das-samsung-samson-sponsoring-83722054

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