Der Hans und sein Wundermittel

Seelenöffner, Gemeinschaftsgenerator und Hirnvernetzer in einer Anwendung.

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Querschläger Fritz Messner

Neulich kam ich mit Hans Neubacher ins Gespräch. Hans ist ein Urgestein der Lungauer Musikszene. Er ist nicht nur ein Herzblutmusikant, sondern auch ein gefragter Instrumentenbauer und Multi-Instrumentalist - und als solcher auch Instrumentallehrer für Gitarre, Ziehharmonika, Hackbrett, Harfe, Flöte und sicher noch für einige andere Instrumente. Wir sprachen über Musik und was sie für Menschen bedeutet und welche Bereicherung sie sein kann. Dabei erwähnte er, dass er heute noch Rückmeldungen von ehemaligen Schülern bekäme, die sich bei ihm dafür bedankten, dass er ihnen die Tür in das Reich der Klänge geöffnet hat.

Ein paar Tage später flatterte mir ein Brief ins Haus, in dem sich Ausschnitte von solchen Rückmeldungen befanden. Diese Texte beeindruckten mich, weil sie mir wieder einmal in Erinnerung riefen, welche vielschichtige und unterschätzte Kraft in der Musik steckt. Einer der schönsten Sätze stammte von jemandem, der vor 40 Jahren Gitarrenunterricht bei Hans hatte und nun schreibt, dass er "mehr und mehr erkennt, wie sehr Musik dem Menschen die Seele öffnet, in welcher Lebenslage er sich auch befindet".

Eigentlich ist das genau das, was heute vielen Menschen fehlt, und umso unverständlicher ist es, dass in der Schule gerade der musische Bereich in den letzten Jahren merklich gekürzt wurde. Musik bildet nämlich auch auf der sozialen Ebene, wie jeder weiß, der in einem Ensemble spielt oder in einem Chor singt, und das Erlernen eines Instruments fördert vor allem bei Kindern und Jugendlichen nicht nur die Sensomotorik, sondern auch nachweisbar die Vernetzung von Hirnstrukturen. Und mit einem Lehrer wie Hans macht das, wie die Briefe belegen, auch noch sehr viel Spaß.

Aufgerufen am 16.10.2019 um 11:37 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/der-hans-und-sein-wundermittel-77484283

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