Österreich hat das beste Schulsystem

"Es kommt nur darauf an, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet." Ein fiktives Interview.

Querschläger Fritz Messner

Mit obiger Aussage hat MMag. Peter-Paul Trichterlein großes Aufsehen erregt. Wir haben den Pädagogen zum Interview gebeten.

SN: Herr Magister, können Sie den Lesern Ihre Aussage näher erläutern?

Trichterlein: Da muss man schon differenzieren. Ich habe diese Einschätzung in meiner Funktion als Vorsitzender des VFNÖ, des Vereins zur Förderung der Nachhilfe in Österreich, getroffen. Und für Nachhilfelehrer haben wir ja wirklich fast paradiesische Zustände. Wenn in manchen städtischen Bereichen über 90 Prozent der Zehn- bis 14-Jährigen das Gymnasium besuchen, liegt es doch auf der Hand, dass ein Gutteil überfordert ist und dann bei uns die Kassen klingeln lässt. Dass die nach der Unterstufe dann sowieso alle frustriert abgehen, kann ja nicht mehr unser Problem sein.


SN: Österreich ist das europäische Land, in dem die soziale Herkunft den größten Einfluss auf den Schulerfolg hat. Ist das nicht ein Armutszeugnis?

Trichterlein: Das ist doch plumpe Propaganda. Wir vom VFNÖ unterstützen selbstverständlich auch gerne Kinder aus den sogenannten bildungsfernen Schichten - wenn die Gegenleistung stimmt.

SN: Die Wirtschaft beklagt einen Mangel an qualifizierten Facharbeitern, der durch diese Schieflage verursacht wird.

Trichterlein: Ja, das ist ein bedauerlicher Kollateralschaden. Aber dafür können wir ja Zuwanderer anwerben. Und für die können wir dann auch wieder Nachhilfe anbieten.

SN: Gibt es aus Ihrer Sicht auch Schwachpunkte im Schulsystem?
Trichterlein: Sorgen macht mir zurzeit der Einbruch bei den Nachprüfungen. Der August war immer Hauptsaison im Nachzipfsegment, da müssen wir jetzt wohl auf den Gegenschlag der pädagogischen Hardliner hoffen.

SN: Danke, Herr Magister.
Trichterlein: Gerne. Ich helfe, wo ich kann.

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