Zurück zu den tiefen Wurzeln

Vom Sauschneider mit dem Tauernroggen, dem EuGH und einem Rätsel.

Autorenbild
Querschläger Fritz Messner

Mehr Lungau kann nicht in einem Hofnamen stecken: Der Sauschneiderhof in "Obaboardorf ba Mogreatn" wird von der Familie Löcker bewirtschaftet. Lisi und Peter Löcker sind Biobauern der ersten Generation - das sind die, über die jene, die es jetzt natürlich schon immer gewusst haben, früher nur milde und mitleidig gelächelt haben. Sie sind in der Slowfood-Bewegung aktiv, sind Gründungsmitglieder des Vereins Lungauer Arche, der sich für die Artenvielfalt einsetzt, und veranstalten auf ihrem Hof Seminare und Kulturprojekte. Kürzlich haben sie einen Erfolg gefeiert, denn der tief wurzelnde Lungauer Tauernroggen, den der "Sausi Peda" mit einigen Mitstreitern gerettet hat, indem er wortwörtlich die letzten Körner dieser alten Sorte, die bereits aus der Saatgutliste gestrichen war, eingesammelt und ausgesät hat, wurde nun wieder offiziell anerkannt. Aber oft liegen Sieg und Niederlage knapp beisammen. Denn ein weiteres seiner Anliegen, eine pestizidfreie Region Lungau, die sich durch die abgeschlossene Beckenlage anbietet und die auch wunderbar mit dem Biosphärenpark korrespondieren würde, hat einen Rückschlag erlitten, indem der EuGH die "Malser Verordnung", mit der die Gemeinde im Vintschgau ein Verbot von chemischen Pflanzen"schutz"mitteln auf ihrem Gebiet erließ, für nichtig erklärt hat. In ein anderes seiner Anliegen scheint nun vielleicht Bewegung zu kommen, nämlich dass in Salzburg, einer der Regionen mit der größten Biobauerndichte in Europa, auch endlich die biologische Landwirtschaft in den Fachschulen einen entsprechenden Stellenwert bekommt. Warum sie den nicht schon lange hat, ist ohnehin ein Rätsel, das nur absurde Lösungen zulässt. www.tauernroggen.at

Aufgerufen am 18.01.2022 um 05:31 auf https://www.sn.at/kolumne/querschlaeger/zurueck-zu-den-tiefen-wurzeln-77781592

Kommentare

Schlagzeilen