Auf der Busspur kommt das Fahrrad unter die Räder

Warum ein Radweg, den man sich mit Bus, Taxi und Rettung teilt, keine zufriedenstellende Lösung ist.

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Radblog Anton Prlić
Auf dem Schild in der Rudolf-Biebl-Straße ist es gut ersichtlich: Das Fahrrad kommt unter die Räder (in dem Fall unter jene des Busses).  SN/ANTON PRLIC
Auf dem Schild in der Rudolf-Biebl-Straße ist es gut ersichtlich: Das Fahrrad kommt unter die Räder (in dem Fall unter jene des Busses).

In Salzburg rühmt man sich oft seines dichten Radwegenetzes. Dieses ist auch so umfassend, weil die Radwege häufig auf die Busspur gequetscht werden. Der Platz in der Stadt ist begrenzt. Und wenn man der heiligen Kuh Auto schon einmal eine Busspur abringt, dann bittesehr sollen doch die Radler auch dort fahren. Und natürlich Rettung, weil es ja auch ohne Blaulicht immer schnell gehen muss. Und die Taxis: Wer zahlt, soll nicht warten müssen. Sie sehen also: Auf der Busspur ist jede Menge los. In der Rudolf-Biebl-Straße fahren die Busse fast im Minutentakt (vielleicht ist unser Busnetz ja doch nicht so schlecht?). Wenn dann auch noch Rush-Hour ist, wird es eng auf der Busspur. Für einen Radfahrer ist es kein schönes Erlebnis, von einem Bus überholt zu werden. Die meisten Busfahrer sind sehr sicher und halten auch bei einem Überholmanöver mit geringem Abstand zum Fahrrad die Spur. Da braucht man als Radler starke Nerven. Wenn ein Radler schreckhaft ist (vielleicht auch, weil er seinerseits nicht ganz sicher auf dem Rad unterwegs ist), dann braucht es gar keine Berührung mit einem Bus, damit es gefährlich wird. Und unter die Räder eines solchen mehrtonnigen Gefährts sollte man wirklich nicht geraten. Welchem Radler kann man es da verdenken, wenn er bei so viel Verkehr auf den Gehsteig flüchtet? Das ist illegal, aber wenigstens nicht lebensgefährlich. Geben Sie acht!

Aufgerufen am 04.12.2020 um 12:27 auf https://www.sn.at/kolumne/radblog/auf-der-busspur-kommt-das-fahrrad-unter-die-raeder-67986799

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