Der Luxus des Verschnaufens

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Spitze Feder Michaela Hessenberger

Wer es in der Wiener Innenstadt eilig hat, braucht gute Nerven und auf jeden Fall immer ein bisschen mehr Zeit als eigentlich notwendig. Denn selbst kurze Wege dauern. So sehr wuselt und wurrlt es in den Straßen und Gassen. Einheimische und Touristen, Langsam- und Schnellgeher, welche, die spontan zum Fotografieren stehen bleiben. Überall Menschen. Doch zwei von ihnen haben gefunden, was beinahe unmöglich scheint - einen ruhigen Fleck. Sie sitzen hinter dem Stephansdom im Freien und trinken Tee. Die Tische rund um sie sind alle leer. Niemand ist da, der sie rempelt. Niemand, der sich vorbeidrückt. In aller Ruhe blättern sie in ihrem Reiseführer und lassen sich die Frühlingssonne auf die Nase scheinen. Zurück in den
Trubel geht es bald genug.

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