Österreich, so fern und doch so nah

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Spitze Feder | Alltagsbeobachtungen Marian Smetana

Der Urlaub dient ja auch als Erholung für die Ohren. Es empfiehlt sich, wohin zu fahren, wo die Sprache fremd ist. Etwa Portugal. Kein Radio wird verstanden, keine Zeitung, kein Genörgel der Mitmenschen. Urlaub für Ohren und Geist. Bis . . . ja, bis im Lokal plötzlich ein bekannter Satz zu hören ist: "Heast, wo is da Kööna?" Plötzlich schmeckt das Essen nicht mehr ganz so gut. Der österreichische Ton sucht sich seinen Weg durch das internationale Stimmengewirr. Die britischen Touristen, die französischen, ja sogar die deutschen kann man noch überhören. Aber den sensiblen Klang eines österreichischen Mitbürgers in einem Lissabonner Lokal zu hören - da ist der Urlaub dahin. "Du, de Doradeeee, des is da Schwertfisch, super guat." Ein kalter Schauer läuft einem über den Rücken. "Heast, haum de wos Bochanes?" Österreich, so fern und doch so nah.

PS: Die "Doradeeee" ist kein Schwertfisch, lieber österreichischer Mitbürger.

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