Verlust auf dem Bauernmarkt

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Spitze Feder | Alltagsbeobachtungen Martin Behr

Seinen Namen kannten die wenigsten. Für viele am Bauernmarkt war er einfach "der Fischbauer". Von Donnerstag bis Samstag verkaufte er Forellen, Karpfen und andere Köstlichkeiten, bisweilen auch Äpfel und Heidelbeeren. Der groß gewachsene Mann war mit allen per Du, sein Spruch war herb, aber herzlich. "Gibt's heute noch was?" "Na, muaßt halt früher aufstehen." Oder, wenn seine Plastikbehälter noch prall gefüllt waren: "Was haben Sie so alles?" "Fische, siehst das nicht?" Der Fischbauer schmunzelte dabei und wenn man zahlte, sagte er ein lang gezogenes "Dankeeee!". Jetzt befindet sich dort, wo der Fischbauer immer gestanden ist, eine Steige mit zwei brennenden Kerzen und einem Foto des Mannes, wie er stolz einen Fisch präsentiert. Er wird fehlen.

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