Von Krücken und Massen

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Spitze Feder Alexander Purger

Wer nach einem Unfall eine Zeit lang auf Krücken unterwegs ist, macht interessante Erfahrungen. Zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ist der Bus oder die Bahn halb leer, springen die spärlichen Fahrgäste zuvorkommend auf, um dem Humpelnden einen Sitzplatz in der Nähe der Tür anzubieten. Sehr freundlich.

Ist Bus oder Bahn hingegen überfüllt, steht niemand auf. Alle Sitzplatzinhaber verstecken sich hinter ihrer Zeitung, widmen sich ihrem Mobiltelefon oder schauen demonstrativ beim Fenster hinaus. Dem Humpelnden ist das egal, er mag eh nicht sitzen. Aber er hat soeben einen Schnellkurs in Massengesellschaft erhalten.

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