Was die Oma sagen würde

Autorenbild
Spitze Feder Fritz Pessl

Oma aß im Winter heiße Erdäpfel mit Butter und Salz und abends einen Apfel und ein Knoblauchbrot. Ganz real, nix virtuell. Wenn Oma mit der Außenwelt in Kontakt treten wollte, telefonierte sie mit ihrem Festnetztelefon mit Viertelanschluss. Im raumfüllenden Röhrenfernseher schaute sie Nachrichten und den Krimi in Schwarz-Weiß. Analog, nix digital. Oma ist vor mehr als zwei Jahrzehnten verstorben, von Online-Kommunika tion hat sie noch nichts gehört. Begriffe wie Facebook, Twitter, WhatsApp, Tinder, YouTube, liken oder followen wären für sie wohl spanische, äh englische Dörfer. "Herrgott, bitte hol mich zu dir heim", flehte Oma am Sterbebett, um von ihren Leiden erlöst zu werden. Und was würde sie heute sagen? "Ich geh jetzt offline."

Aufgerufen am 26.09.2018 um 06:48 auf https://www.sn.at/kolumne/spitze-feder/was-die-oma-sagen-wuerde-830242

Schlagzeilen