Wie sieht er aus, der Koffer?

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Spitze Feder Martin Behr

Die Augen blicken auf das geleerte Gepäcksförderband im Flughafen: Der eigene, jüngst erstandene Koffer hat es nicht zum Zielort geschafft. Kann vorkommen. Der zuständige Bedienstete fragt nach dem genauen Aussehen des Gepäcks und legt einen Zettel mit zwei Dutzend Koffermodellen vor. Mmh. Der Firmenname? Keine Ahnung. Die Farbe? Dunkel. Braun, oder doch Grau? Anthrazit? Stark abgerundet oder doch eher eckig? Hartschale? Weichschale? Gute Fragen. Man blickt auf die sich ähnelnden Kofferabbildungen und fühlt sich ratlos. Man denkt daran, wie schwer es sein muss, ein nur kurz gesehenes Gesicht der Polizei exakt zu beschreiben. Hier geht es - zum Glück - nur um einen Koffer. Der ohnehin bald zugestellt werden wird. Hoffentlich.

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