ExxonMobil holt Klimaexpertin

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Strickers Klimablog Martin Stricker

Fernab von den ununterbrochenen Angebereien, Selbstbeweihräucherungen und Ankündigungen des neuen amerikanischen Präsidenten und seines Ministerteams aus der Ölbranche lief am Freitag eine kurze Meldung der AFP über den Bildschirm:

Der US-Ölkonzern ExxonMobil holt sich eine Klimaexpertin in sein Führungsteam. Die Atmosphärenphysikerin Susan Avery werde zum 1. Februar Mitglied des Verwaltungsrats, teilte das Unternehmen mit. Avery ist eine renommierte Wissenschafterin, die - wie fast alle ihrer Kolleginnen und Kollegen - über die rasch fortschreitende Erwärmung der Atmosphäre tief besorgt ist: "Die Klimawissenschaft sagt uns eindeutig, dass wir so weit wie möglich auf fossile Energieträger verzichten müssen."

Gegen ExxonMobil, dessen Chef Rex Tillerson demnächst ins amerikanische Außenamt wechselt, wird in den USA ermittelt. Der Konzern soll seinen Aktionären wider besseres Wissen die Risiken des Klimawandels verschwiegen und gezielt Zweifel gestreut haben. Was ist da geschehen? Ausgerechnet ExxonMobil, Hort des fossilen Kapitalismus, holt sich eine Klimaexpertin ins Haus? Ein Feigenblatt? Oder doch ein kleines Signal des Wandels?

Jedenfalls ein Beweis, dass Donald Trump zwar viel redet, die Realität aber mitunter eine andere Richtung einschlägt.

Aufgerufen am 22.09.2018 um 11:06 auf https://www.sn.at/kolumne/strickers-klimablog/exxonmobil-holt-klimaexpertin-484621

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