Was für eine Sensation: 4,5 Kilometer Obusstrecke!

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Strickers Stammtisch Martin Stricker

Es ist, als wäre Ostern und Weihnachten an einem Tag; als wäre der bisherige Winter in der Stadt nicht nur drei Wochen im Jänner lang, als gäbe es in der Stadt Salzburg keine Einheitsregierung:

Mit Jubel und Freude gaben Stadt und Land Salzburg sowie die Gemeinde Grödig dieser Tage bekannt, dass ihnen nach jahrzehntelangen Verhandlungen das Unmögliche gelungen ist, der Durchbruch erfolgt ist, das Unglaubliche wahr wird:

Eine Obuslinie wird verlängert.

Und zwar die Obuslinie zwischen der Grenze der Stadt Salzburg und der Gemeinde Grödig, zwischen feindlichen Gebieten sozusagen, durch ein Stück Niemandsland des öffentlichen Verkehrswesens.

Halleluja!

Es handelt sich um die gewaltige Strecke von 4,5 Kilometern, die nun dank eines schieren Kraftakts der beteiligten Politiker diesseits und jenseits der Grenze bewältigt werden konnte.

Da aber so schnell die Preußen auch wieder nicht schießen, wird es noch bis mindestens Mitte nächsten Jahres dauern, bis der erste Obus rollt.

Weil: Oberleitung. Die muss erst gebaut werden. Das dauert. Umgerechnet ist mit einem Baufortschritt von 250 Metern pro Monat zu rechnen oder von etwas mehr als drei Metern pro Tag. Ist ja auch ein technisches Großvorhaben, so eine Oberleitung. Dafür kostet sie ja nur 4,5 Millionen Euro.

Ich mein': Nur damit Sie wissen, wofür Sie Steuern zahlen.

Aufgerufen am 21.11.2018 um 10:59 auf https://www.sn.at/kolumne/strickers-stammtisch/was-fuer-eine-sensation-4-5-kilometer-obusstrecke-385843

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