Wie einander Extreme doch gleichen können

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Strickers Stammtisch Martin Stricker

Na servas: "War der kom munistische Gulag weniger schlimm als das KZ Dachau?" So lautete die Frage. Aber das ist nur eine Fußnote, eine rhetorische dazu, einfach zum Nachdenken, zum Aufwärmen sozusagen. Viel wichtiger sind die Wurzeln unserer Gesellschaft, die tief in die Vergangenheit reichen, in die heilige, und was alles schiefläuft in unserer gott losen Jetztzeit. Zum Beispiel Abtreibung und Adoptionen durch Homosexuelle und überhaupt diese Trennung von Staat und Religion und deren Verkünder auf Erden. Da nämlich werde getrennt, "was nicht zu trennen ist". Denn es gebe göttliches Recht, Naturrecht also, das von Gott komme, und dieses solle nicht von demokratischen Mehrheiten beiseitegewischt werden. Ein wahrer Staatsmann habe sich nicht Mehrheiten zu unterwerfen, wenn das seinem Gewissen (und damit dem rechten Glauben) widerspreche. Denn: "Es gibt ein höheres Gesetz als jenes der Mehrheit." Das kann nur das göttliche sein und lasset uns hoffen, dass die "Mehrheit einmal Gottes Gesetz kraft ihres Verstandes erkennt", auf dass Staat und Gottes Wille eins seien. Freitagspredigt eines islamistischen Predigers? Ein Traktat aus Riad? Gott bewahre. Zitate und Ansichten von Salzburgs Weihbischof Andreas Laun. Aber wehe, das hätte ein Muslim gesagt.

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